DIE MARK-MASTER-MAUREREI
Bauriss gehalten von Br. E.R. am 21.2.02
Markmaurerei ‚ Hochgradsystem ‚ das sich erst in Schottland verbreitete und früher aus zwei Graden:
Mark Man oder Mark Mason und dem Mark Master bestand,
die als Ergänzung des Gesellen- und Meistergrades galten.
Heute wird in Schottland nur noch der Mark Master
im Anschluss an den Meistergrad erteilt.
Die Mark-Meister-Maurerei ist alt. In der "Mutterloge" im schottischen killwinning kennt man das Protokoll einer Mark-Master-Zusammenkunft von 1642. Die Mark Maurerei hat dann auf England und Irland übergegriffen.
Bereits 1856 wurde für die Mark-Maurerei in England eine eigene Grossloge konstituiert‚ die heute noch von der Vereinigten Grossloge von England und Wales and its Districts and Lodges Overseas voll anerkannt wird.
Der nominelle Grossmeister in England und Wales ist seine königliche Hoheit Prinz Michael von Kent, obwohl die tägliche Administration der Grossloge unter der Leitung des Pro-Grossmeisters Lord Swansea und dem Grosssekretär Peter GIyn Williams steht (beide Brüder sind übrigens Walliser).
Die Mark-Maurerei ist eine Vertiefung des Gesellengrades . Die einem jungen Gesellen damals bei seiner Beförderung mitgegebenen Gebote werden dem Meister gewordenen als Mark-Kandidat neu ausgelegt und erweitert: Der Geselle hat fleissig, treu und gut an seinem Stein zu arbeiten. Das Ritual führt den Kandidaten in eindrücklichen Bildern vom Steinbruch in die Steinmetz-Werkstatt, zur Prüfung und zur Einfügung des bearbeiteten Steines.
Das Ritual - es gibt nur eines -‚ist reich an Symbolik und voll Belehrung . Es rügt schlechte und belohnt gute Arbeit. Es vermittelt die moralische Lektion ‚ dass Bildung die Belohnung für Arbeit ist und enthält eine dramatische Botschaft von Hoffnung und Ansporn . Die vielen Lehren zeigen jedem Einsichtigen, dass auch der ehernste Mann Fehler machen kann.
Der Mark - Meister - Grad sollte in seinem Wert nicht unterschätzt oder vernachlässigt werden . Denn gerade dieser Grad verdient einen ehrenvollen Platz im freimaurerischen Wissen ‚ nicht nur wegen seiner geschichtlich und ideell wertvollen Vergangenheit, sondern ebenso weil sein Gedankengut stets aktuell ist und der Freimaurerei eine handfeste Zukunft bietet.
Zu Anfang ein wenig Geschichte
The Act of Union and the Book of Constitutions ‚ Article 11
By the solemn act of union between the two Grand Lodges of Free Masons of England in December 1813 ‚ it was declared and pronounced that Antient Masonry consists of three degrees and no more; Vzt. those of Entred Apprentice ‚ the fellow Craft, and the Master Mason ‚ including the Supreme Order of the Holy Royal Arch
Signed 25 th November 1813 and ratified and confirmed 1st December 1813.
Mit dem obigen Text wurde im Jahre 1813 festgehalten ‚ dass "Alte Maurerei " aus drei Graden, inklusive dem Heiligen Royal Arch von Jerusalem ‚ nicht mehr besteht.
Aber...
...die Mark - Maurerei ist viel älter . Von der "Mutterloge" in Kilwinning (Schottland) kennt man das Protokoll einer Mark-Master-Zusammenkunft vom 20Dezember 1642 . Die Mark-Maurerei war ursprünglich eine Erweiterung des Gesellengrades, Sie kannte die Grade Mark-Geselle und Mark-Mann. Der Grad des Mark Meisters war ursprünglich eine Erweiterung des Meister-Grades. Mit der Zeit verschmolzen diese getrennten Grade zum eigentlichen Mark-Meister-Grad im heutigen Sinne . Die aus Schottland stammende Mark-Maurerei hat dann in dieser Form auf Irland und auf England übergegriffen.
In England wurde man sich früh einig ‚für die Mark-Meister-Maurerei sei eine eigene Grossloge zu gründen . Am 23.Juni 1856 wurde sie in England konstituiert und hat heute noch enge Beziehungen zur Vereinigten Grossloge von England ‚ von der sie voll anerkannt wird.
Heute ist der Mark-Orden weltweit der drittgrösste Orden der Freimaurerei überhaupt (nach der "blauen Maurerei" und dem "Royal Arch"). Dieser äusserst bedeutungsvolle Grad sollte auf keinen Fall als" Nebengrad" verniedlicht werden. Denn gerade dieser Grad hält einen ehrenvollen Platz im freimaurerischen Wissen, nicht nur wegen seiner geschichtlich ideell wertvollen Vergangenheit sondern ebenso ‚weil sein Gedankengut stets aktuell ist und der Freimaurerei eine handfeste Zukunft bietet. Deshalb - wie könnte ein Bruder von sich behaupten ‚er hätte seine freimaurerische Entwicklung abgeschlossen ‚ wenn er den Mark-Grad nicht erlebt hat II!
In der Schweiz...
...bestand ein echtes Bedürfnis‚ eine eigenständige Mark-Meister-Maurerei ins Leben zu rufen . Das beweist die Tatsache ‚ dass die überwiegende Mehrheit der Mitglieder diesen Grad vorher in England, Schottland oder Israel erworben hatten ‚(einige Brüder sind seit über dreissig Jahren dabei) . Es liegt im Wesen der Freimaurerei ‚ arbeiten zu wollen . Mit anderen Worten ‚man möchte einen einmal erworbenen Grad im eigenen Land praktizieren können. Nachdem in Genf bereits seit dem 12Juni 1992 eine Mark-Meister-MAURER loge bestand ‚hat man 1993 den von dort ausgehenden FUNKEN AUFGEGRIFFEN UND IN Luzern, Chur, Lausanne und lslikon selbständige Logen gegründet. In Luzern als letzte Neugründung auch eine in englischer Sprache arbeitende Loge.
Diese alle standen bis zur Gründung der Nationalen Grossloge der Mark - Meister - Maurer der Schweiz unter der Aufsicht der "Grand Lodge of Mark Master Masons of England and Wales and its Districts and Lodges Overseas". Der mit der schweizerischen Grossloge ALPINA vereinbarte Vertrag ermöglichte dann 1996 die Gründung der Grossloge, deren Konstituierung und Konsekration mit reger internationaler Beteiligung in Bern durchgeführt wurde.
Die Mark-Maurerei hat sich aber auch in Deutschland ‚Oesterreich ‚Israel, Australien‚ Finnland, Frankreich‚ Amerika‚ Kanada und vielen anderen Ländern verbreitet.
Und so...
...wie in England, dem Stammland der Freimaurerei ‚jede freimaurerische Disziplin ihre eigene Grossloge oder Distrikt-Grossloge hat ‚ so sollte es auch bei uns werden . Also wurde die 'Nationale Grossloge der Mark Meister Maurer der Schweiz' gegründet. in einer Vereinbarung zwischen der schweizerischen Grossloge ALPINA und der schweizerischen MMM-Gross-Loge wurden die Bedingungen festgemauert.
Diese Vereinbarung wurde am 28September 1996 vom damaligen Grossmeister und dem Grosssekretär unterzeichnet. Damit anerkannte die ALPINA als einzige rechtmässige Oberbehörde der schweizerischen Freimaurerei die schweizerische MMM-Grossloge als eigenständig. Sie ist also zweifellos regulär.
Innerhalb der schweizerischen Freimaurerei hat die Mark-Maurerei ihren Platz gleichberechtigt neben den Hochgraden ‚ das heisst dem 'Alten und Angenommenen Schottischen Ritus'(AASR) und dem' Rektifizierten Schottischen Ritus' (RSR) ‚ sowie neben dem' Heiligen Royal Arch von Jerusalem' (RA).
Um was es geht.
Der wesentliche Gehalt der Mark-Maurerei ist die Vertiefung des Gesellengrades. Sein Ritual behandelt ein Ereignis während des Baus von Salomons Tempel. Es vermittelt die moralische Lektion ‚ dass Bildung die Belohnung von Arbeit ist und enthält eine dramatische Botschaft von Hoffnung und Ansporn. Die vielen Lehren ‚die es enthält, zeigen jedem Einsichtigen ‚dass auch der ehernste Mann falsch handeln kann.
Der Mark-Grad wird auch Freundschaftsgrad genannt. Denn die Zeremonie hat einen charakterischen und beeindruckenden Ablauf, der fast allen Brüdern der Loge eine aktive Teilnahme an der Tempelarbeit ermöglicht.
Der Grad repräsentiert das tägliche Leben . Der' Stein 'wird aus einem unberührten Felsen gehauen und zu Baustein zugerichtet. Das ist ein Abbild unseres Weges durch das Leben . Die Anerkennung des Wertes einer tadellosen Arbeit, einer makellosen Lebensführung also ist deren Lohn. Zusammen mit der Erkenntnis ‚dass kein Mensch vor Anfechtungen gefeit ist, dass dem Rechtschaffenen aber Erlösung gebührt.
Deshalb müssen wir unseren Willen unter Beweis stellen ‚nach den althergebrachten Landmarken, Traditionen und der Verfassung unseres Ordens zu handeln - vor allem in einer Welt - die dies nötiger hat als je zuvor. Mit Eifer ‚ Bestimmtheit und tiefem Gefühl für brüderliche Anteilnahme ‚ Toleranz und Gerechtigkeit hoffen wir ‚ dieses Ziel zu erreichen.
Uns ist jeder willkommen.
Jeder Bruder Freimaurer‚ der den Meistergrad erreicht hat‚ kann aufgenommen werden . Dabei gelten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie sie zur Aufnahme beim AASR, RSR oder RA Gültigkeit haben . Das bedeutet unter anderem ‚dass der ansuchende Bruder seit mindestens einem Jahr Meister einer der Johannislogen der schweizerischen Grossloge ALPINA sein muss . Weitere Aufnahmekriterien sind ein guter freimaurerischer und bürgerlicher Ruf. Wer um Aufnahme in eine Mark - Meister - Maurer Loge nachsucht ‚hat ein entsprechendes Formular auszufüllen ‚ das von zwei Paten mit zu unterzeichnen ist.
Es wird erwartet, dass das der Aufnahme eine rege Mitarbeit folgt. In der Mark-Meister-Maurerei wird nur rituell gearbeitet. Die Arbeiten finden drei mal im Jahr statt. Die rituelle Arbeit erfordert, dass möglichst viele Brüder sich durch Uebernahme einer Beamtung aktiv am Geschehen beteiligen. Dadurch gewinnt die Arbeit an Reichtum und Erlebnisgehalt.
Bezüglich der Aufnahme bestehen neben den oben genannten keine Vorbehalte.
Die Mark-Meister-Maurerei hat keinerlei Bedenken gegen eine Mitgliedschaft beim Royal Arch oder bei den Hochgraden. Im Gegenteil ‚in allen Ländern ausser der Schweiz ‚ muss man sogar zuerst Mark-Meister-Maurer, dann Royal-Arch-Maurer werden ‚ um in einen l-lochgrad-Orden (AASR und RSR) aufgenommen zu werden . Im "Mark" machen wir ‚genau so wenig wie im 'Royal Arch '‚denn auch keinerlei Einschränkungen in dieser Hinsicht. Dies ist nicht nur proklamierte, sondern geübte Toleranz. Ehrliche Anwendung also‚ der viel zitierten Tugend‚ die es oft besonders Brüdern gegenüber sehr schwer hat.
Und noch etwas.
So wie man als Lehrling in die Freimaurerei aufgenommen wird‚ ohne zu wissen‚ was einen erwartet, so ist es auch mit der Aufnahme in die Mark-Meister-Maurerei.
Aber jeder Mark-Meister-Maurer ist gerne bereit‚ einem interessierten Bruder Auskunft zu geben soweit es die gebotene Schweigepflicht erlaubt. Uns erfreut es stets ‚nach der Aufnahme von den neu aufgenommenen Brüdern zu hören‚ wie stark sie vom Gehalt und der rituellen Handlung positiv überrascht sind. Möge uns diese Freude noch oft zu Teil werden.
So möge es sein -- so mote it be!