" Q U E L L E N D E S L I C H T S "
Meisterbauriss von Br:. J. B., im Dezember 2006
"Mehr Licht" - das sollen Goethes letzte Worte gewesen sein. Das ist zwar nicht bewiesen, jedoch sehr gut vorstellbar, denn weniger Licht könnte mehr Finsternis bedeuten. In der Freimaurerei streben wir auch nach mehr Licht. Aber wie gebrauchen wir den Begriff Licht? Wo kommt es her und was bringt uns das Licht? Man kann diese Fragen philosophisch, symbolisch aber auch physikalisch betrachten.
Im jüdisch-christlich-islamitsichen Mythos beginnt die Schöpfung auf der Erde mit dem Licht. Es ist die erste Voraussetzung für jegliche irdische Existenz überhaupt. Denn es bewirkt anstelle des Chaos - was hier etwa undifferenzierbares Alles bedeutet - die Dualität von Licht und Dunkel und damit die erste Voraussetzung für Wahrnehmung und Bewusstsein. Letzteren sind die grundlegenden Dimensionen unseres Universums. Das Licht wurde von den Menschen schon immer verehrt: Vom Sonnenkult der Steinzeit über die Pyramiden von Gizeh bis hin zu den lichtdurchfluteten Kathedralen der Gotik.
Der als Lichtsucher bezeichnete Freimaurer geht seinen Weg zum Licht nach alter Tradition: "der Lehrling sieht das Licht; der Geselle geht zum Licht; der Meister findet das Licht".
Lichtsymbolik versinnbildlicht auch die Wiedergeburt. Darum sind die alten Mysterien ebenso Lichtkulte. Im Meistergrad - als logische und organische Weiterentwicklung der beiden ersten Graden - steht der Tod und die Wiedergeburt zentral. Der Bruder durchlebt Tod und Auferstehung im Geiste des faustischen "Stirb und Werde". ("PEEP" für Lehrlinge und Geselle in der Konferenz/Loge)
Der Geselle wird an die letzte Pforte geführt, dorthin wo die Welt des Jenseitigen beginnt. Hier geht es hinauf zu einer geistig-seelischen Höherentwicklung. Es ist die Erhebung zu einer anderen Bewusstseinsebene.
Das Licht ist für uns Freimaurer ein Symbol von höchster Bedeutung. In der FM gibt es meiner Meinung nach einen Zusammenhang zwischen Licht und Bewusstsein. Unsere Suche nach dem Licht in symbolischem Sinne, kommt dem Ansammeln von Wissen und Bewusstsein gleich. Licht wäre also mit Erkenntnis und Bewusstein identisch. Die freimaurerische Tempelarbeit beschreitet die ersten Stufen einer Meditation und steigt damit mit den Brüdern stufenweise zu immer höherer Einsicht und Selbsterkenntnis empor. Als Lehrling-Freimaurer wollen und können wir natürlich keinen plötzliche Erleuchtung beanspruchen. Der Weg ist das Ziel. So kann eine wirksame Veränderung der seelisch-geistigen Struktur eines Menschen nur die Frucht feinster, jahrelanger Impulse sein.
Sinn und Ziel der Mysterien ist Kenntnis der sichtbaren und unsichtbaren Kräfte des Universums und deren Wirkungen, zum Beispiel Gottheit, Geisterwelt oder Wunder. Auch eine bessere Welterkenntnis, Erkenntnis der Zusammenhänge aller Dinge, Erklärung der Natur und ihrer Geheimnisse und so weiter. Wann man über den Begriff Licht nachdenkt, hat man unweigerlich auch mit den Erkenntnissen aus der Physik zu tun. Es scheint mir deshalb interessant, in diesem Meister-Bauriss auch einige Aspekte aus der Physik über das Phänomen Licht und seiner Quelle zu beleuchten.
Die Ansichten und Ideen in der klassischen Biologie und Physik sind ursprünglich von Isaac Newton. Er hat, als Vater dieser Physik, unsere mechanistische und reduktionistische Weltansichten über Hunderte von Jahren stark geprägt. Newtons Universum war aus einigen Grundeinheiten mit gewissen fundamentalen Einheiten aufgebaut: es war von Gott erschaffen und damit keiner weiteren Analyse zugänglich. Die damaligen Theorien im 17. Jh. Bildeten die Basis der modernen Wissenschaft.
René Descartes hat die strickte Trennung von Körper und Geist postuliert. Die Welt bestand aus unendlich vielen kleinen separaten Objekten, die sich auf vorhersehbare Art und Weise verhielten. Unser Selbstbild verarmte noch mehr durch die Arbeiten von Charles Darwin. Nach seinen Theorien sind wir nicht mehr als eine evolutionäre Zufälligkeit. Das komplexe Gewebe unserer biologischer Erbe von uns und unseren Vorfahren, wird einfach reduziert zum zentralen Aspekt: Essen oder gegessen werden.
Die klassische Physik und Biologie haben aber keine Antworten auf so viele fundamentale Fragen; z.B. Wie das Leben anfängt, wie wir überhaupt denken können, warum wir krank werden, wie unseren Körper wächst usw. Nichts an diesem Modell kann die wahre Vielfalt der menschlichen Existenz widerspiegeln. Auch nicht die Beziehung vom Mensch zur Umwelt und schon gar nicht das menschliche Bewusstsein.
Nach der Denkweise dieser Physik kann man folgende alte Weisheiten formulieren:
" Der Mensch ist von seiner Welt getrennt, und sein Geist ist vom Körper getrennt.
" Zeit und Raum sind endliche Grössen im Universum und sind wahre und unbestrittene Eigenschaften der Natur.
" Nichts bewegt sich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit.
" Das Gehirn ist ein Körperorgan, in dem das Bewusstsein angesiedelt ist und das ebenfalls weitgehend von chemischen Prozessen angetrieben wird. Sprich: Zellkommunikation und D N A- Code.
Die ersten Anzeigen für eine mögliche Brücke zwischen Spiritualität und Wissenschaft, kamen erstaunlicherweise aus der Physik. Anfangs des letzten Jahrhunderts haben 2 Theorien in der Physik zum Paradigmenwechsel geführt. Es sind die spezielle Relativitätstheorie von Albert Einstein und später die Quantentheorie zu der Max Planck, Nils Bohr und Werner Heisenberger entscheidende Anstösse gegeben haben.
Diese wissenschaftlichen Arbeiten stehen am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts als ein imposantes intellektuelles Monument da - als Pyramiden der modernen Zivilisation. In der neuen Physik haben diese Theorien die wissenschaftlichen Grundlagen für ein neues, holistisch-energetisches Weltbild gebracht. Kürzlich erschienen wissenschaftliche Entdeckungen zeigen die Existenz eines allumfassenden Energiefeld; das Nullpunktenergiefeld, das Mensch und Materie miteinander verbindet. Die Existenz dieses Feldes ist vor allem basiert auf Information.
Die Quantenphysik hat die grundsätzliche Einheit des Universums gezeigt. Sie ist eine der bedeutendsten Offenbarungen der modernen Physik und hat das menschliche Denken nachhaltig beeinflusst. Sie tritt im atomaren Bereich zutage und manifestiert sich immer, wenn man tiefer in die Materie, in das Reich der subatomaren Teilchen eindringt. Auf der atomaren Ebene hat die Materie ein zweifachen Aspekt: Sie erscheint als Teilchen und als Welle. 1927 wurde dieses Phänomen von Werner Heisenberger als das Unsicherheitsprinzip beschrieben. Hiermit brachte die Quantentheorie auch den Zufall ins Spiel. Zudem haben Quantenphysiker eine seltsame Eigenschaft auf der subatomaren Ebene Entdeckt. Sie wird als Nichtlokalität bezeichnet. Dies beinhaltet die Fähigkeit einer einzigen Quanteneinheit, ein anderes Quantenteilchen sofort über jede beliebige Entfernung zu beeinflussen. Dies findet statt ohne Austausch von Energie und offensichtlich mit einer höheren Geschwindigkeit als die Lichtgeschwindigkeit.
Die Entdeckung der Nichtlokalität brachte die Grundlagen der deterministischen Physik ins Schwanken. Oder mit den Wörter des dänischen Physikers Nils Bohr: "Wer von der Quantentheorie nicht schockiert ist, hat sie nicht verstanden".
Und was ist mit dem Licht? Alles beginnt mit Photonen, den wohl ältesten Elementarteilchen des Universums. Es sind Photonen, die Energie eines Lichtbündels als Lichtquanten übertragen. Subjektiv könnte im Alltagsleben der Eindruck entstehen, dass Materie - auf der auch der menschliche Körper aufgebaut ist - die häufigste Form der Energie darstellt.
1984 konnte Nobelpreisträger Carlo Rubbia aber nachweisen, dass der Anteil anderer Energieformen (Photonen) gegenüber den Materienteilchen stark überwiegt. Das genaue Verhältnis ist: auf ein Materieteilchen kommen gut 974.600.000 Photonen. Für den menschlichen Körper bedeutet dies, dass nur der allerwenigste Teil aus Materie besteht (ca. 1 Milliardstel), der allermeiste Teil hingegen aus Photonen. Daraus ergibt sich, dass Licht bzw. Photonen ein wesentlicher Bestandteil auch unseres menschlichen Organismus darstellt.
Das physikalische Licht zeigt die gleiche Doppelnatur wie Materie. Es sind Teilchen bzw. Wellen von besondern Art, nämlich sie sind ohne Masse, unsichtbar, unzerstörbar und bewegen sich immer mit Lichtgeschwindigkeit. Sie waren schon beim Urknall vor Milliarden Jahren und der Entstehung der Materie dabei.
Die Einheit gegensätzlicher Begriffe können in der modernen Physik auf der subatomaren Ebene gefunden werden. Die Relativitätstheorie ist notwendig und entscheidend für die Beschreibung dieser Welt. Dort sind Energie und Materie lediglich verschiedene Aspekte desselben Phänomens. Materie ist also verdichtete Energie. Der bekannte Physiker Nils Bohr hat diesbezüglich den Begriff der Komplementarität eingeführt. Er betrachtet das Teilchen und die Welle als zwei sich ergänzende Beschreibungen derselben Realität. Diese Komplementarität wurde für die Physik zum wesentlichen Bestandteil bei der Anschauung der Natur. Und tatsächlich spielte sie auch schon vor 2500 Jahren eine wesentliche Rolle in der alten chinesischen Gedankenwelt. Die chinesischen Weisen stellte diese Komplementarität von Gegensätzen durch die archetypischen Pole Yin und Yang dar. Ihre Dynamik liegt allen Naturphänomenen und allen menschlichen Situationen zugrunde.
Im relativistischen System werden die klassischen Begriffe überschritten indem man zu einer höheren Dimension übergeht, der vierdimensionalen Raum-Zeit. Raum und Zeit sind völlig unterschiedliche Begriffe, werden aber in der Relativitätstheorie vereint. In dieser 4-dimensionalen Welt sind Masse und Energie vereinigt. Unser bildliches Vorstellungsvermögen ist auf die dreidimensionale Welt der Sinne beschränkt.
Auch unsere Sprache hat sich in dieser 3-dimensionalen Welt entwickelt und reicht nicht aus, die subatomare Welt zu beschreiben. Der Umgang mit der 4-dimensionaler Realität dieser Physik fällt uns deshalb ausserordentlich schwer.
Physiker entdeckten, dass Teilchen Prozesse und keine Objekte sind. Sie existieren als Potential, als Summe aller Möglichkeiten. Es sind vibrierende Energiepakete. Diese Teilchen bekommen erst eine definitive Form, wann sie beobachtet werden; Aufmerksamkeit vom Beobachter verursacht das 'Einfrieren' eines Teilchens. Diese Zusammenhänge schliessen also den Beobachter ein. Der menschliche Beobachter bildet somit immer das Schlussglied in der Kette von Beobachtungsvorgängen. Das heisst, dass die klassische Vorstellung einer objektiven Beschreibung der Natur nicht mehrt gilt. Der Physiker John Wheeler hat es so formuliert: "Kein elementares Phänomen ist ein reales Phänomen, bis es ein beobachtetes Phänomen geworden ist." Solange die Naturwissenschaft in einem weinig komplexen, mittleren Bereich der Realität forschen, der mit blossen Augen noch erkennbar ist, war das dynamische Wechselspiel der Natur kaum relevant. Erst in tiefen Schichten subatomarer ('unsichtbare') Prozesse wurde den Physikern klar, das die Gesetzte der Newtonschen Mechanik nicht mehr adäquat sind.
Weitere Forscher machten die erschütternde Schlussfolgerung, dass Bewusstsein Wirklichkeit kreiert. Und Einstein postulierte damals: "Wir wissen heute, dass der Mond nachweislich nicht vorhanden ist, wenn niemand hinsieht." Die cartesianische Trennung von Ich und Welt, kann im atomaren Bereich also nicht durchgeführt werden. Und so müssten die mechanistische Auffassung und Weltanschauung von Grundbausteinen, Raum und Zeit, Dualismen und Kausalität aufgegeben werden.
Aus diesen neuen Theorien kann man Folgendes schliessen:
" Die Kommunikation der Welt vollzieht sich nicht im sichtbaren Reich von Newton, sondern in der atomaren und subatomaren Welt von Heisenberg.
" Zellen und D N A kommunizieren über Frequenzen miteinander.
" Das Gehirn registriert und speichert seine Bilder von der Welt in Form pulsierender Wellen.
" Die Menschen sind nicht von ihrer Umgebung zu trennen.
" Das lebendige Bewusstsein ist keine isolierte Einheit, sondern erhöht die Ordnung im Rest der Welt.
" Das Bewusstsein menschlicher Wesen hat unglaubliche Kräfte zum Inhalt, die uns befähigen, uns selbst und die Welt zu heilen. Sogar dingen gewissermassen so zu gestalten, wie wir sie haben wollen.
Das Thema von der Einheit aller Dinge und Ereignisse taucht nicht nur in der modernen Physik auf. In der östlichen Mystik hat man sehr ähnliche Vergleiche gefunden. Im Buch "Das Tao der Physik" von Fritjof Capra wird eine profunde Harmonie zwischen alter östlicher Weisheit und moderner westlicher Wissenschaft beschrieben.
Das wichtigste Merkmal der östlichen Weltanschauung ist das Gewahrsein der Einheit und gegenseitigen Beziehung aller Dinge und Ereignisse. Die Erfahrung aller Phänomene in der Welt als Manifestation einer einzigen fundamentalen Identität. Alle Dinge werden als voneinander abhängige und untrennbare Teile des kosmischen Ganzen gesehen. Als verschiedene Manifestationen der gleichen Wirklichkeit. Im normalen Leben sehen wir diese Einheit aller Dinge nicht, sondern teilen die Welt in getrennte Objekte und Ereignisse. Diese Unterteilung ist nützlich und notwendig, um mit unserer alltäglichen Umgebung umgehen zu können. Sie ist aber kein Grundzug der Wirklichkeit. Es ist eine Abstraktion unseres unterscheidenden Intellekts. Sozusagen eine Illusion die nach den Buddhisten auf Unwissenheit beruht.
Deshalb ist das erste Ziel der östlichen mystischen Traditionen das Gehirn mittels Meditation zu zentrieren und beruhigen. Es bezeichnet den Zustand, in dem die grundsätzliche Einheit des Universums erfahren wird. Östliche Mystiker verbinden die Begriffe von Raum und Zeit mit bestimmten Bewusstseinszuständen, die sie mithilfe der Meditation überschreiten können. Sie scheinen so eine höherdimensionale Wirklichkeit direkt und konkret erfahren zu können. Im Zustand tiefer Meditation wird die 3-dimensionale Welt des täglichen Lebens überschritten und eine völlig andere Wirklichkeit erfahren, wo alle Gegensätze zu einem organischen Ganzen vereint sind. Wenn diese Mystiker ihre Erfahrung in Worte zu erklären versuchen, stossen sie auf die gleichen Schwierigkeiten wie die Physiker. Die Sprache also, als einschränkender Faktor bei der Beschreibung der subatomaren Welt. Zusammenfassend kann man sagen: die moderne Physik komme durch Experimente und die östliche Mystik durch Meditationen zu gleichen Ergebnisse.
Der deutsche Biophysiker Fritz-Albert Popp hat Licht in Lebewesen entdeckt. An der Existenz dieser sogenannten Biophotonen gibt es keine Zweifel. Aber die Experten streiten sich über die Quelle des Lichts und über seine Bedeutung. Letztlich sind Biophotonen wohl ein Phänomen der Quantenphysik. Viele Forscher der subatomaren Sphäre vermuten, dass unser gesamtes materielles Universum auf Information basiert ist. Man könne Lichtteilchen als reine Information betrachten. Über Biophotonen kommunizieren die Zellen im Organismus miteinander, glauben einige Physiker. Das Licht könnte sogar das Trägermedium des Bewusstseins sein. Die Frage nach dem Ursprung dieses Biolichts ist bis jetzt unbeantwortet. Manche tippen auf die D N A als Quelle und Speichermedium. Heute steht fest, dass zusammenhangendes Licht in Form von Biophotonen die Kommunikation von Zelle zu Zelle viel schneller als jede chemische Reaktion steuert. Popps Berechnungen führten ihn zum Schluss, dass die Informationsübertragung im Körper annähernd Lichtgeschwindigkeit haben muss. Sensitive Menschen scheinen eine Empfänglichkeit für diese Art Strahlung entwickelt zu haben, über die wir Durchschnittsmenschen nicht verfügen oder mit denen wir nicht bewusst umgehen können. Diese Informationsübermittlung kann das Sehen, das Hören, das Fühlen, das Empfangen von Gedanken beinhalten.
Auch wissen wir heute, das diese Begabungen geschult werden können, so wie das Hören von Musik oder das Sehen von Farben, Formen und ganzen Bildern geschult werden kann. Nach diesen Theorien sind Phänomene wie Intuition, Geist- und Fernheilung, Hellsehen, Spontan- oder Wunderheilung erklärbar. Auch Momente der Inspiration oder "Genialität" sind Phänomene die zugänglich sind über das Nullpunktenergiefeld.
Der Quantenphysiker David Bohm stellte eine Theorie auf, die ihn weiter bracht beim Studium der Beziehungen zwischen Bewusstsein und Materie. Er geht davon aus, dass die Gesetzte der Quantenphysik auf sogenannter impliziten Ordnung basiert ist. Das Universum ist ein riesiges, dynamisches Spinnennetz des Energieaustausches mit einer grundlegenden Substruktur, die alle mögliche Varianten und Formen von Materie enthält. In dieser Theorie hält er es für notwendig, das Bewusstsein als ein wesentliches Charakteristikum und wesentliches Element der Bewegungen im Universum anzusehen ist. Für ihn sind Geist und Materie voneinander abhängig, jedoch nicht kausal verbunden.
Die aus der Atomphysik hervorgehende Weltanschauung wird mit den Worten eines tantrischen Buddhisten, Lama Govindas meines Erachtens gut zusammengefasst:
"Der Buddhist glaubt nicht an eine unabhängig oder getrennt existierende äussere Welt, in deren dynamische Kräfte er sich hineinprojizieren könnte. Die äussere Welt und seine innere Welt sind für ihn nur zwei Seiten desselben Gewebes, in dem die Fäden aller Kräfte und aller Ereignisse, aller Formen des Bewusstseins und ihrer Objekte zu einem unauflöslichen Netz von endlosen, sich gegenseitig beeinflussenden Zusammenhängen verwoben sind."
Wie können wir Freimaurer unser Plan des Weltbaumeisters vereinigen mit dem universellen Bewusstsein? Gilt dieses Bewusstsein auch als geistiges Prinzip, oder ähnlich wie eine schöpferische Kraft? Und sind wir aus holistischer Sicht tatsächlich miteinander verbunden, stehend in der Bruderkette - die stärkste Kraftquelle während der Tempelarbeit - die uns verbindet, im Universum, dort wo alles mit allem verbunden ist? Können wir so die Weltbruderkette erfahren?
Im Johannis-Evangelium heisst es: "Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht angenommen". Man kann das so auslegen: Das Licht, das allgegenwärtig ist, scheint immer und unaufhörlich, doch wandelt die grosse Masse der Menschheit in Finsternis und hat ungenügend Bewusstsein, dieses Licht aufzunehmen. Es sind nur immer ganz wenige, die sich über die Masse erheben, aus ihr herausragen und durch Erleuchtung selbst zu Licht werden. Das Einsammeln von Licht/Informationen führt letztendlich auch zur Selbsterkenntnis. Um bis an die Quelle des Lichts, also zu der schöpferischen Urkraft vorzustossen, brauchen wir aber mehr als unsere fünf Sinne. Gelingt uns der Vorstoss bis zu Erfahrung der Lichterkenntnis, so darf wohl von Erleuchtung gesprochen werden.
In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass Bewusstsein unterschiedlich dicht sein kann. Je dichter das Bewusstsein ist, desto leuchtender tritt es in Erscheinung. Dies ist auch die Bedeutung des Lichtes, wenn von Erleuchtung oder von der Kraft des Lichtes in der Freimaurerei und in der Meditation gesprochen wird. Dieses Licht hat natürlich nichts mit dem Licht im physikalischen Sinne zu tun, sondern eher mit dem Wesen des Lichthaften. Dass Bewusstsein hat in der Evolution ein Nervensystem erschaffen, dessen Zellen dicht genug vernetzt sind, um immer mehr Selbstreflexion und Selbsterkenntnis zu ermöglichen. Wie der Quantenphysiker und Nobelpreisträger Erwin Schrödinger schon früh erkannt hatte, ist dieser als Evolution bezeichnete Prozess eigentlich nichts anderes als das fortwährende einsammeln von Licht.
Das Tragische an unserer Entwicklung ist, dass viele Naturwissenschaftler und Physiker die neue Erkenntnisse ignoriert haben, da man eine grundsätzliche Verschiedenheit zwischen der Quantenphysikalischen Mikrowelt und der anscheinend funktionierenden Makrowelt annahm. Es wäre ein zu grossen Verlust von den Fundamenten worauf unser jetziges Wissen basiert ist. In der naturwissenschaftlichen Basis müsste vieles aufgegeben werden und auf andere Art und Weise neu formuliert werden.
Mit den Erkenntnissen aus der Teilchenphysik ist nicht nur das klassische Ideal einer objektiver Beschreibung der Natur entwertet, sondern auch der Mythos einer wertfreien Wissenschaft in Frage gestellt. Nach den Worten von Capra: "Wir können also niemals von der Natur sprechen, ohne gleichzeitig von uns zu sprechen." Anders gesagt: im Inneren der Natur beziehungsweise des Atoms treffe ich auf mich selbst. Es handelt sich hier sozusagen um die Wiedereinführung des Geistes in die als objektiv definierten Naturwissenschaften. Noch allzu oft wird in der heutigen Wissenschaft und Medizin die sogenannte Objektivität mit Materialismus verwechselt. Viele Forscher glauben, sie müssten das Bewusstsein aus ihrer Forschung und Weltbetrachtung ausschliessen, um der Wahrheit näher zu kommen. Sie realisieren sich nicht, dass gerade ein solches Ausblenden des Bewusstseins nichts mit Objektivität zu tun hat. So lassen sie sich immer weiter abdriften von der heilenden Wahrheit. Das Denken der klassischen Physik ist heute in der Medizin immer noch sehr stark vorhanden. Aber der Mensch ist ein komplexes, äusserst fein abgestimmtes System, das nach den Regeln der Quantenphysik und Chaostheorie funktioniert. Das heisst, die natürlichen feineren Abläufe sind nicht linear, nicht bestimmbar und nicht gleichartig wiederholbar. Aus diesem Grunde sind die sogenannte Goldstandards in der medizinischen Forschung zunehmend unter Kritik geraten.
Die grössten Reichweiten des Kosmos und die Tiefen des Atoms sind untersucht worden: trotz allem sucht die Teilchenphysik noch immer nach dem grundlegenden Verständnis der Natur des Lichts und der Materie. Albert Einstein soll gesagt haben: "Ich möchte den Rest meines Lebens damit zubringen, darüber nachzudenken was Licht ist." Durch ihn hat sich die Äquivalenz von Materie und Energie etabliert. Heute hat sich die etwas subtilere Äquivalenz von Energie und Information ebenfalls gut etabliert. Wohin wird das Studium der Elementarteichenphysik führen? Die Physik hat durch die Erkenntnis der Existenz des Bewusstseins ein grosses Forschungsgebiet geöffnet. Was die Physiker in trockenen wissenschaftlichen Worten zusammengefasst haben, bestätigen in sinnlicher Art und Weise die Behauptungen vieler spiritueller Traditionen über die Jahrhunderte und Jahrtausende. Der Mensch beeinflusst mit seinen Gedanken und Gefühlen andere Menschen, andere lebende Organismen und sogar die sogenannte tote Materie.
Meine lieben Brüder, lassen wir versuchen, unseren physischen Körper als göttliche materielle Manifestation zu akzeptieren und als Teil unserer Göttlichkeit zu spüren. Wir sollten in das Verständnis hinein wachsen, dass auch unser Körper Licht ist, verdichtete Schwingung, verdichteter Geist, und dass er Teil des Ganzen ist.
Ich danke für Euere Aufmerksamkeit.
Ehrwürdige M.v.St., ich habe meine ehrenvolle Aufgabe erfüllt.
Literatur:
1. Fritjof Capra "Das Tao der Physik", Scherz Verlag München, 1975
2. Lynne McTaggart "The Field - The Quest for the Secret Force of the Universe", New York 2001
3. Barbara A. Brennan "Light Emergine" Bantam Books New York 1993
4. Jakob Bösch "Spirituelles Heilen und Schulmedizin", Buchverlag Lokwort, Bern 2002
5. Verschiedene Artikel aus dem Internet, gefunden und geordnet nach den Suchbegriffen Licht*, Quellen des*, (Bio)Photonen*, (Quanten)Physik*, Esoterik*, Lichtsymbolik*, Freimaurerei* usw.