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Bruder Hjalmar Greeley Schacht, Hilters Bankier
Bauriss von Br. B.L. im Okt. 2001
Es gibt Themen, die sucht man nicht, die kommen zu einem. Die  Biographie von Hjalmar Schacht ist so ein Thema. Vor einem halben Jahr, erschien in einer Zeitschrift ein zweiseitiger Kommentar, über die faszinierende Figur des deutschen Reichsbankpräsidenten, der das Wirtschaftswunder für Hitler ermöglichte: Hjalmar Schacht. Als geschichtlich Interessierter haben mich Biographien von Persönlichkeiten, welche sich im zweiten Weltkrieg dem Widerstand anschlossen, immer schon speziell gereizt. Und als ich las, dass Hitlers Bankier ein Fraumaurer war, wollte ich erst recht wissen, wer das war.
Wie es zu einem Regime Hitlers kommen konnte und wie kluge Persönlichkeiten in diesem totalitären System mitwirken konnten, ist eine Fragestellung, die ich nicht beantworten kann. Die Fragestellung aber hat mich seit jeher beschäftigt und ich glaube, sie prägt auch meine politische Einstellung. Eine gesunde Kritik gegenüber sogenannten „Bewegungen“, ein Hinterfragen von Populismen und von allzu-einfachen Antworten, sind die Lehren, welche ich für mich selbst daraus gezogen habe. Gerne würde ich, im Anschluss an meinen Bauriss auch mit Euch, darüber diskutieren,
-          wie konnte es zu einem Hitler-Regime kommen?
-          Trat die FM dem Schreckgespenst des Totalitarismus genügend entschieden entgegen?
-          Ist es heute und künftig wieder möglich, dass kluge Persönlichkeiten in einem Massenwahn analog des Hitler-Regimes mitwirken?
Was unschwer herauszufinden ist: ich persönlich habe weder verwandtschaftliche noch sonst welche Verbindungen zur Person Hjalmar Schacht. Meine Betrachtungen erfolgen aus der Perspektive der verschonten Generation und man spricht ja auch von „der Gunst der späten Stunde“. Dass man von „Gunst“ reden kann und darf, würde ich durchaus unterschreiben. Mit anderem Jahrgang hätte ich vielleicht genauso gut jene Fehler getan, welche damals begangen wurden, als man sich in den Dienst dieses Verbrechersystems stellte. 
Meine Quellen für diesen Bauriss sind folgende Bücher:
1.      Die Biographie, geschrieben vom Amerikaner John Weitz mit dem Titel: „Hitlers Banker“
2.      Das Buch „Konflikt und Anpassung; Freimaurerei in der Weimarer Republik und im Dritten Reich“ von Ralf Melzer
3.      Sowie „Winkelmass und Hakenkreuz; die Freimaurer und das Dritte Reich“, ursprünglich ebenfalls – wie der zweite Titel - eine Doktorarbeit, geschrieben von Helmut Neuberger, einem dt. FM-Bruder.
Jedes dieser Bücher ist lesenswert. Für meinen Bauriss, habe ich daraus kopiert und abgeschrieben, ich bekenne mich schuldig in allen Punkten.
Zur Biographie:
Hjalmar Horace Greeley Schacht wurde am 22. Januar 1877 geboren und verstarb im Alter von 93 Jahren am 4. Juni 1970. Der Vorname Hjalmar ist dänisch. Horace Greeley ist der Name eines bedeutenden liberalen Amerikaners (im Bürgerkrieg), für welchen die Eltern von Hjalmar grosse Wertschätzung hegten. Die Familie Schachts entstammte dänischen Wurzeln, - mütterlicherseits sogar mit adligen Vorfahren. Sie waren im nördlichen Teil von Schleswig-Holstein ansässig, oder besser gesagt: sie waren Friesen. Die Eltern von Hjalmar verliessen für 4 Jahre Deutschland und versuchten in Amerika Fuss zu fassen, was nicht gelang. Zurück in Norddeutschland bekamen die Schachts ihre beiden Kinder. Trotz ihrer Rückkehr nach Deutschland, blieben Sie Freunde Amerikas. Der Vater versuchte erfolglos in verschiedenen Stellungen, u.a. als Dorflehrer, die Familie über Wasser zu halten. Sie lebten in äusserst bescheidenen Verhältnissen.
Der junge Hjalmar Schacht besuchte das örtliche Gymnasium, wo er sich vor allem für die Geisteswissenschaften und weniger für Mathematik oder Ökonomie interessierte. In Kiel und Berlin besuchte er die Universität. Interessanter Weise war es zu dieser Zeit offenbar modern, dass die Studienrichtung mehrmals gewechselt wurde. So besuchte er in seiner vierjährigen Studienzeit Germanistik, Literaturgeschichte, Rethorik, Zeitungs-wissenschaften und gegen Ende vor allem Volkswirtschaft. Seine Doktorarbeit war mehr eine Gefälligkeit gegenüber seinem Professor und auch bei der mündlichen Prüfungen musste sein Experte beide Augen zudrücken, um ihm den Doktortitel zu ermöglichen. Infolge extremer Kurzsichtigkeit wurde Schacht vom Militärdienst befreit und so konnte er unmittelbar nach seinem Studium ins Erwerbsleben eintreten. Seine erste Stellung bei einer Wirtschafts- und Handelskammer, welche sich in Exportförderung und Lobbying betätigte, antreten. Für sein jugendliches Alter bewies Schacht erstaunlich viel Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge resp. er verstand die m.E. ewige Relation von Geben und Nehmen. Daneben schrieb er fleissig Aufsätze und Artikel zu Wirtschaftsfragen. Diese waren durch seine im Studium erworbenen journalistischen Fähigkeiten offenbar auf Resonanz gestossen, sodass ihm die Leitung der Pressestelle der Dresdner Bank angeboten wurde. Nun verdiente er bereits genug Geld, dass er ein bürgerliches Leben führen konnte. Das war der Zeitpunkt, der Schacht für angemessen hielt, zu seiner in der Heimatstadt wartenden Freundin zurückzukehren und sie zur Frau zu nehmen. Louise, seine erste Ehefrau war Tochter eines Polizeibeamten. Schacht beschrieb sie in seinen Memoiren als stattliche, sehr repräsentative und schlagfertige Dame.
Mit 31 Jahren wurde Schacht in Berlin in die altpreussischen Loge „Urania zur Unsterblichkeit“ aufgenommen. Schon sein dänischer Grossvater war FM und sein Vater war Mitglied einer amerikanischen Loge. Für Schacht war offenbar die weltumspannende Kette der Bbr. FM wichtig, so entstanden in seiner beruflichen Laufbahn einige interessante Kontakte. Die internationale FM-Bewegung bescherte ihm aber auch andere Kontakte, die nicht beruflicher Natur waren. So besuchte er auf einem Wanderurlaub in der Türkei die dort ansässigen Logen, - für mich überraschender Weise waren dies seinerzeit allesamt Revolutionäre, welche beabsichtigten das Sultanat der Türkei zu stürzen. Wobei Schacht zum Wandern dort war und nicht aus politischen Gründen.
Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger in Sarajewo war das Startzeichen für die kriegshungrigen europäischen Nationen, einen Krieg zu beginnen, welcher mit gegenseitigen Beschuldigungen der Staaten begann und der – mit einer Bilanz von unzähligen Toten – in der wie ich meine - gleichen Situation voll von Provokationen beendet wurde. Da hohe Angestellte in Industrie und Bank nicht in die Armee eingezogen wurden, hatte Schacht nicht zu befürchten, dass er trotz Kurzsichtigkeit doch noch marschieren müsste. Das hätte auch nicht seinen Ansichten entsprochen, denn Schacht vertrat entgegen von vielen anderen Zeitgenossen die Ansicht, dass Kriegshandlungen vor allem eine Vernichtung von Ressourcen seien und dass das Leben von jungen Männern zu wertvoll sei, um als Kanonenfutter verschwendet zu werden. Wie so oft hielt er aber mit seinen modernen Ansichten zurück und fügte sich den aktuellen Konventionen, die es zum Beispiel verboten, auch nur zu denken, dass nicht jeder gefallene Soldat den „Heldentot“ starb. Das  deutsche Oberkommando sah sich am 11.Nov.1919 gezwungen den Waffenstillstand zu unterzeichnen. Dass sich die deutsche Bevölkerung und vor allem Monarchisten, Nationalisten und Reaktionäre die militärische Niederlage auszureden versuchten, ist bekannt. Ebenfalls zur Uneinsichtigkeit der breiten Masse trugen aber vermutlich die überhöhten Reparationsverpflichtungen der sogenannten Siegermächte bei. Seinerzeit wurde Schacht gebeten, als Bank-Sachverständiger an den Verhandlungen mit den Allierten teilzunehmen. Die unwürdige Behandlung der deutschen Delegation prägte Schacht. Inzwischen avancierte Schacht zu einem Bankier, dessen Meinung gefragt war. Durch seine konservative Haltung im Bankengeschäft hatte er zudem das langfristig richtige Konzept. Kurz nach dem ersten Weltkrieg entstand in Deutschland ein für die Welt neues Phänomen: Die Inflation. Das Bild der deutschen Reichsmark-Banknoten mit den unzähligen Nullen ist heute noch jedem Finanzminister oder Nationalbankpräsident vor Augen, wenn er die  Leitzinsen verändert. Seinerzeit wurde durch die ruinösen Folgen des verlorenen Krieges die Mark im Verhältnis zu anderen Währungen zuerst einmal um die Hälfte entwertet. Zudem mussten die hohen Reparationen bezahlt werden und die Industrie wieder aufgebaut werden. Dadurch sah sich die Reichsregierung gezwungen immer mehr Geld in Umlauf zu bringen, um die Zahlungen zu leisten. Der stetig sinkende Wert der Reichsmark führte dazu, dass Deutsche mit geliehenen Fremdwährungen Grundstücke und andere reelle Werte zu Spottpreisen erwerben konnten. Die Inflationsgewinnler, welche sich im Handelsgeschäft auskannten, wurden immer reicher und die rechtschaffenen Bürger und Arbeiter verloren innert Tagen sämtliches Vermögen. Das Motiv, wieso eine Reichsregierung dabei zusehen konnte, wie Deutschland bankrott ging, wurde aktuell am Beispiel Swissair wieder vorgezeigt: durch das gezielte „in den Bankrott“ gleiten lassen, kann man alte Schulden und Hypotheken abstreifen. Im Fall Swissair löste man ein „Personal- und Schuldenproblem“; seinerzeit wollte man sich von den Reparationen drücken. Da der Kollaps jedoch verheerendere Wirkung zeigte als erwartet, einigte sich die Reichsregierung nach langem Zögern darauf, die entwertete Reichsmark durch eine neue Währung, die Rentenmark, zu ersetzen. Zur gleichzeitigen Sanierung des Haushalts mussten Hunderttausende von Regierungsangestellten entlassen werden. Die Stresemann-Regierung brauchte in dieser Situation einen starken Mann. Da der bisherige Reichsbankpräsident sich in der Inflationsmisere bereits verstrickt hatte, schuf man einen neuen zusätzlichen Posten. Man suchte einen Reichswährungskommissar, der die Einführung der Rentenmark leitete. Die heikle Mission wurde verschiedenen Bankiers und Finanzpersönlichkeiten angeboten. Schacht, der sich als Bankdirektor durch seine zurückhaltende Risikobereitschaft und seine konservative Kreditpolitik auszeichnete, war zweifelsohne der richtige Mann. Als man ihn anfragte, war er auch klug genug, dass er sich genügend Vollmachten von der Regierung zusichern liess, um diese unpopuläre Massnahme durchzuführen. Am 15. November 1923 wurden also die Druckerpressen und Geldmaschinen angehalten und auf die neue Rentenmark umgestellt. Eine Billion Reichsmark war eine Rentenmark wert. Nun wollte es der Zufall, dass der Reichsbankdirektor nur eine Woche nach Antritt von Schacht verstarb. Der sozialdemokratische Reichspräsident Ebert sah deshalb fast keine Alternative als den jungen und eigentlich unerfahrenen Schacht als Nachfolger vorzuschlagen. Schacht gab im Gespräch mit Ebert gleich von Anfang an bekannt, dass er kein Sozialdemokrat sei und an die private Initiative glaube, sich jedoch das Amt zutraue. Schliesslich wurde er gewählt. Obwohl die Rentenmark nicht Schachts Idee war, machte er sich mit Tatendrang an die Umsetzung. Schacht organisierte sich aber nicht nur innenpolitisch. Seine für damalige Verhältnisse kosmopolitische Art ermöglichte ihm, internationale Finanzhilfen zu mobilisieren. Dass dies nicht durch deutsche Ruppigkeit möglich war, sondern vor allem durch Überzeugungsstärke, wurde durch die vielschichtige Persönlichkeit Schachts vortrefflich erfüllt.
Schachts Pläne für die deutsche Wirtschaft waren einfach. Erstens: Aufbau von Goldreserven, als einzig solide Deckung für die deutsche Währung, und zweitens: Herunterhandeln der Reparationen. Neben der Überzeugungskraft beim persönlichen Gespräch mit ausländischen Bankiers kam Schacht eine zweite Fähigkeit zugute, jene der wirksamen, öffentlichen Stellungnahmen. Er verstand es, bei Widerständen jeweils gezielt mittels öffentlichen Reden oder Zeitungsartikeln eine Situation positiv zu beeinflussen. Die breite Resonanz von Schachts Auftritten ist wohl auf seine markanten Persönlichkeit zurückzuführen. Er war kein politischer Taktierer mit wenn und aber, sondern ein Mann mit einer klaren Haltung, der kein Blatt vor den Mund zu nehmen pflegte. Der hagere Mann mit Frack, Zwicker und Stehkragen blieb den Leuten zudem auch als Erscheinung in Erinnerung. Frack und Zwicker waren seinerzeit gang und gäbe. Aber der Stehkragen war zu dieser Zeit einzigartig. Schacht hatte sich mit etwa dreissig auf seinen Kleidungsstil festgelegt und sah sich den Rest seines Lebens nicht veranlasst, daran etwas zu verändern.
Trotz den Ermahnungen Schachts waren in den zügellosen zwanziger Jahren die Leute schwer von Massnahmen zu überzeugen, die einen Verzicht auf Komfort bedeuteten. So war Berlin bereits wieder eine schillernde Fassade. Doch neben dem grellen Licht gibt es auch Schatten. Mit Hilfe kurzfristiger amerikanischer Kredite wurde zum Beispiel die deutsche Börse angeheizt. Deutschland zahlte die Reparationen mit geliehenem Geld und Spekulanten kauften mit aufgenommenem Kapital in grossem Umfang Wertpapiere auf Pump. Erneut sah sich Schacht gezwungen, die Handbremse zu ziehen und befahl den Bankinstituten kraft seines Amtes als Reichsbankpräsident, einen Kreditstopp.
Die nächste Phase seiner Strategie war das Herunterreden der Reparationszahlungen. Deutschland hatte 500 Mio. Dollar an Reparationen zu zahlen und dies für die nächsten 37 Jahre.  Die Zahlungen liefen auf ein neugegründetes Institut, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, kurz BIZ. Für dieses Verfahren gab ironischer Weise Schacht selbst die Idee. An den immer wieder stattfindenden Verhandlungen mit den Allierten war Schacht beteiligt. Ebenso stark waren jedoch der Aussenminister und Finanzminister involviert. Seitens der Politik wurde er aber immer stärker ins Offsite gedrückt. Da Konsens und Kooperation nicht die Sache Schachts war, überschlug er sich schon bald mit dem Rest der Delegation. Seine Sturheit entsprechend, sah er die Schuld für das Verhandlungsergebnis natürlich bei den andern. So reichte Schacht seinen Rücktritt bei Hindenburg ein. Selbstverständlich nicht, ohne vorher noch etwas Geschirr zu verschlagen. Der Zufall wollte es, dass er kurz vor dem New-Yorker-Börsencrash aus seinem Amt zurücktrat. Der Zusammenbruch der amerikanischen Wirtschaft nach dem „Schwarzen Freitag“ führte auch dazu, dass die diversen amerikanischen Kredite in Deutschland aufgelöst wurden. Ein Domino-Effekt erschütterte erneut die deutsche Wirtschaft. Die Wirtschaftskrise bewirkte einen landesweiten Rechtsruck, von dem die Nazi-Bewegung profitierte. Die politische Situation von 1930 stellte sich so dar, dass es eine versplitterte rechte Mehrheit gab im Parlament. Im Feld der Rechts-Konservativen war die NSDAP Hitlers die aktivste Partei, welche durch ihre Provokationen und durch ihr grossmauliges Auftreten auffielen. Dass sich die Vertreter der Konservativen nicht von diesem, in ihren Augen wohl „Pöbel“-Methoden Hitlers zu distanzieren vermochten, dürfte ein kapitaler Fehler gewesen sein. Schacht, der nun als Privatmann unterwegs war und aller Orten gute Ratschläge erteilte, profitierte natürlich davon, dass er kurz vor der Wirtschaftskrise vom Amt zurücktrat. Er liess keinen Zweifel aufkommen, dass unter seiner Führung die Krise schnell überwunden gewesen wäre. Die sich immer deutlicher abzeichnenden Selbstüberschätzungen Schachts prägten auch die ersten Kontakte zu den Nazis. An einem gesellschaftlichen Anlass lernte er Hermann Göring kennen, dieser wiederum lud ihn zu einem Abend mit dem Parteiführer ein. Sofort bemerkte Schacht, dass man bei einem Gespräch mit Hitler kaum zu Wort kam, dieser jedoch abendfüllende Monologe halten konnte. In seinen Memoiren schreibt Schacht: „Was mir Eindruck machte, war die absolute Überzeugung dieses Mannes von der Richtigkeit seiner Auffassung und die Entschlossenheit, diesen Auffassungen praktische Geltung zu verschaffen. Er war ein echter Fanatiker und ein geborener Agitator“. Das Treffen von Schacht mit Hitler blieb nicht ohne öffentliches Aufsehen und eine Journalistin fragte im Frühjahr 1931 Schacht, wer denn bei den Nazis Deutschland aus der Wirtschaftmisere steuern könne? Schacht antwortete, er wolle das tun, wobei die Nazis nicht regieren könnten, aber Schacht könne durch sie regieren. Schacht setzte sehr früh auf den Erfolg der Nazis. Entsprechend übte er Korrespondenz mit Hitler, dem er seine Hilfe anbot. Für Schacht war es keine Überraschung als er von der Amtsübernahme Hitlers erfuhr. Nur allzuschnell waren die Vorbehalte gegenüber den „Nazi-Proleten“ durch Propaganda aus der Welt geschafft und kluge Menschen, trauten dem neuen Kanzler zu, Deutschland aus der Krise zu führen. Mitte 1933 übernahm Schacht wieder das Amt des Reichsbankpräsidenten, diesmal unter Hitler. Der Freimaurer Schacht sass am 23. März im Reichstag, als Hitler mit dem sogenannten Ermächtigungsgesetz buchstäblich alle Grundrechte aufhob, die einem FM teuer und wichtig sind: Versammlungs-, Meinungs-, Presse-, und Religionsfreiheit wurden mit einem Schlag aufgehoben. Schacht erfuhr auch, wie alle anderen Deutschen, die Exzesse und gewalttätigen Ausschreitungen, die Brutalität und Pöbelhaftigkeit der Nazis. Auf deutschen Strassen wurde damals jeder früher oder später mit diesen üblen Methoden konfrontiert.
Als Reichsbankpräsident war Schacht bald wieder auf Reisen. Seine wichtigste Reise führte ihn zu Franklin Dalino Roosevelt, ebenfalls ein Br. FM. Schacht war tief beeindruckt von der Persönlichkeit Roosevelts. Nichtsdestotrotz verfocht er beim Treffen mit Roosevelt einen agressiven Stil. Schliesslich vertrat er das Nazi-Regime. Schacht war sehr erfinderisch, wenn es darum ging, geschuldete Verpflichtungen durch haarsträubende Argumente verfallen zu lassen (Bsp. Moratorium auf allen Schulden, die Deutschland gegenüber den USA zu begleichen hatte). Doch der harte Umgang mit den traditionellen Handelspartnern führte zu Repressionen, sodass bald nur noch Importe von Brasilien, Chile und Bolivien funktionierten. Nachdem der erste konservative Wirtschaftsminister Hitlers zunehmend Anstoss bekundete an der Behandlung der Juden, war Schacht bereit, neben dem Bankpräsidium auch die Stelle des Ministers einzunehmen. Trotzdem war Schacht Innerhalb des Nazi-Establishments nicht akzeptiert. So liess ihm Himmler bei der Ernennung zum Wirtschaftsminister ausrichten, dass er diese Ernennung absolut missbillige. Schacht legte bei seinen Auseinandersetzungen eine Mischung von Snobismus und Arroganz an den Tag. Er verachtete diese Leute und war sich Hitlers Unterstützung noch gewiss. Denn dieser brauchte ihn noch. Als Beispielsweise der ihn der Innenminister anwies, alle praktizierenden und ehemaligen Freimaurer in der Reichsbank von ihren Posten zu entfernen, teilte Schacht ihm mit, dass er diese Anweisung nicht erfüllen könne, „solange an der Spitze der Reichsbank ein Freimaurer stände.“ Schacht war sich seiner Stellung so sicher, dass er sogar öffentlich Kritik daran übte, wie die Partei gegen Freimaurer und Juden vorging. Doch nachdem das Land durch die totalitäre Einigkeit innert Jahren wirtschaftlich förmlich erblühte, wurde die Stellung Schachts zunehmend prekärer. Dies spührte Schacht ganz ohne Zweifel. Er wurde zum Aussenseiter und Schritt für Schritt übernahmen Göring und andere die Wirtschaftführung. Ende 1937 wurde Schacht als Wirtschaftsminister abgelöst, blieb aber noch Reichsbankpräsident. Schacht war gedemütigt und innerlich zum Widerstand gegen Hitler bereit. Gegen aussen war er nun klug genug, mit seiner Kritik zurückzuhalten.  Trotzdem beteiligte er sich 1938 mit führenden Militärs wie General Ludwig Beck, General Erwin von Witzleben und Panzergeneral Fritz Halder. Diese Herren trafen sich auf dem Landsitz Schachts und planten einen Putsch. Die führenden Nazi-Köpfe sollten unschädlich gemacht werden. Man sondierte in London um Hilfe. Von dort wurde jedoch keine Hilfe zugesprochen, was die Herren bereits wieder entmutigte. Vielleicht sogar zu recht, da ohne ausländische Hilfe ein deutscher Putsch an der breiten Unterstützung des Volkes gegenüber den Nazis gescheitert wäre. Die Eilfertigkeit Schachts, die Pläne Hitlers als Reichsbankpräsident umzusetzen hat verständlicher Weise rapide abgenommen. Es kam immer wieder zu Konflikten, die schliesslich darin mündeten, dass Schacht auch seines Amtes als Reichsbankpräsident enthoben wurde. Er war nun wohl noch Kabinettsmitglied ohne Ressort, war de facto aber aller Ämter enthoben. Mit seiner Frau Luise war er inzwischen ebenfalls so zerrüttet, dass er sich von ihr trennte. Luise war eine so glühende Verehrerin des Führers – was Schacht auf ihre preussische Polizeibeamten-Herkunft zurückführte – dass ein weiteres Zusammenleben mit ihr, ihm auch Kopf und Kragen hätte kosten können.
Seine direkte Art musste Schacht noch mehrmals zügeln. So zum Beispiel bei der Feier der französichen Kapitulation, als Hitler nach Berlin zurückkehrte. An diesem Anlass schritt Hitler die Gästerreihe ab und als er vor Schacht zu stehen kam meinte er triumphierend zu ihm: „Na, Herr Schacht, was sagen sie nun?“ Schacht musste auf die Zähne beissen, reichte Hitler die Hand und meinte „Gott möge Sie schützen.“
Nachdem erfolglosen Attentat von Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg, der Hitler in der Wolfsschanze mit einer Bombe ermorden wollte, wurden viele Verhaftungen vorgenommen. Neben vielen hohen Militärs wurde 1944 auch Schacht von der Gestapo gefangen genommen, da man annahm, dass auch er zum Umfeld des Attentäters gehörte. Es folgten für den 67jährigen 4 Jahre in den verschiedensten Gefängnissen. Die Gründe für seine Festnahme waren unklar. In den Einvernahmen wurde Schacht vor allem dazu befragt, mit welchen Leuten er in der letzten Zeit Kontakt hatte. Er war sich bewusst, dass man nach seinen Kontakten zum sogenannten Junker-Widerstand suchte. Seine Verbindung zum Widerstand war aber auch in Tat und Wahrheit so lose, dass ihn nichts belastete.
Nach 10monatiger Gestapo-Haft im KZ hatte er geglaubt, dass für ihn 1945 die Festnahme vorüber sei. Die Amerikaner erklärten ihm jedoch, dass er weiterhin ein Gefangener bleibe, wegen seiner langen Zusammenarbeit mit Hitler. Schacht konnte sich nicht vorstellen, dass er weitere achtzehn Monate in alliierter Haft verbringen würde. Seiner Ansicht nach hatte er sich anständig, ehrenhaft und mutig verhalten, indem er seine frühen Irrtümer eingestand und gegen den Mann Widerstand leistete, der sein Vertrauen missbrauchte. Im Mai 1945 wurde jedoch von der Kriegsverbrechenskommission festgehalten, dass jedes Mitglied der deutschen Regierung, und nicht nur das Kriegskabinett, persönlich für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Verantwortung gezogen wird. So lautete denn die Anklage gegen Schacht am Nürnberger Prozess: „Verbrechen gegen den Frieden durch Planung, Vorbereitung, Beginn und Führung eines Angriffskrieges“. So wurde er mit den anderen Prominenten Kriegsverbrechern 1946 vor das internationale Tribunal in Nürnberg gestellt. Die Hauptanklage des Amerikaners Robert Jackson finde ich bemerkenswert. Er meinte mit beissender Schärfe, dass der Angeklagte „wenn man ihn dringend bäte, sich selbst das Zeugnis ausstellen würde, dass er der intelligenteste, ehrenwerteste und unschuldigste Mann auf der Anklagebank sei. Und wenn wir Ihn fragen, warum er Mitglied einer verbrecherischen Regierung blieb, erzählt er uns, dass er das Programm dadurch zu mässigen hoffte. Nachdem der vor uns stehende Herr Schacht dem Führer die Waffen in die Hände legte, erklärt er jetzt, dass England und Frankreich zu tadeln seien, weil sie nachgegeben hätten. Er, der stets um seine Stellung im Regime kämpfte, gibt nun vor, es zu verachten.“
Vermutlich traf der Chefankläger mit diesem Angriff durchaus in den Kern von Schachts ambivalenter Persönlichkeit. Als Schacht zur nationalsozialistischen Ideologie befragt wurde, sagte Schacht, er habe die Vorstellung von einem „auserwählten Volk“ und einer deutschen Herrenrasse schon immer abgelehnt. Ausserdem seien „die meisten Führer der Hitlerpartei nicht gerade Idealtypen der nordischen Rasse, und er wisse, dass beispielsweise der kleine Göbbels in der Bevölkerung als „kleiner Schrumpfgermane“ umlief. Eines hätten die Führer der Partei mit den alten Germanen jedoch gemeinsam: Sie tranken noch im Übermass. So sehe er die Trunksucht als ein Hauptbestandteil der Nazi-Ideologie“.  Schacht hatte auch nie versucht, seine Haltung gegenüber den Juden zu verbergen. So gab er in Nürnberg offen zu, dass er die Juden in ihrem kulturellen und politischen Einfluss beschneiden wollte. Doch er hätte immer betont, dass sie das Recht hätten, unversehrt unter ihren Nachbarn zu leben. Zur Beschreibung Hitlers aufgefordert, sprach Schacht von dessen Mangel an Bildung, seiner eindrucksvollen Verwendung von Halbwahrheiten seiner diabolischen Fähigkeit, die Stimmung der Massen zu erfassen. „Hitler“ fuhr er fort, während dem ihm Göring auf der Anklagebank demonstrativ den Rücken zukehrte, „hat ursprünglich zweifellos geglaubt, etwas Gutes zu wollen; aber er ist nach und nach diesem Zauber, den er auf die Massen ausübte, selbst erlegen. Denn wer sich in die Massenverführung hineinbegibt, wir letzten Endes von der Masse geführt und verführt“. Trotz diesen zutreffenden Erläuterungen und den glaubhaften Versicherungen, dass es auch in der NSDAP anständige Menschen gegeben hätte und dass man in diesem absoluten Polizeistaat, keine Möglichkeit gehabt hätte, sich zu beschweren oder Kritik zu üben, blieb das Bild Schachts vor dem Nürnberger Tribunal doch ein Unsympathisches. Letzten Endes blieb Schacht uneinsichtig gegenüber seinen nachgewiesenen Irrtümern. Schacht war in seiner Rolle so festgefahren, dass seine persönlichen Fassetten wie Intelligenz, Gradlinigkeit und Unerschrockenheit immer mehr einer Alterssturheit wichen.  So unsympathisch Schacht auch vom Chefankläger Jackson dargestellt wurde, so unhaltbar waren die konkreten Anklagepunkte. Schacht war unter den wenigen prominenten Angeklagten, welche freigesprochen wurden. Wer jedoch glaubt, dass Schacht dadurch ein freier Mann geworden wäre, täuscht sich. Die amerikanische Militärregierung überstellte Schacht den neuen deutschen Behörden, welche wiederum Prozesse gegen ihn anstrengten. Freigelassen wurde er im September 1948, fast drei Jahre nach Kriegsende. Er besass keine Mark mehr, schuldete seinen Anwälten aber ein kleines Vermögen. Zu seinem Glück fand er einen mutigen Verleger, der sein im Gefängnis geschriebenes Buch „Abrechnung mit Hitler“ veröffentlichte. Das Buch verkaufte sich sehr gut, sodass er in kurzer Zeit weitere verfasste. Durch sein weltweites Renomée als „Finanzgenie“ konnte er zudem seinen Lebensunterhalt bestreiten, indem er neue Ländern wie Indonesien, Ägypten und Iran in Fragen der Finanzwirtschaft beratete. 1952 konnte er mit einem früheren Kollegen der Reichsbank ein eigenes Bankinstitut eröffnen. Er war trotz hohem Alter lebhaft und engagiert wie immer. Als Schacht mit 93-Jahren verstarb, war er bereits wieder ein reicher Mann.
Zur Freimaurerei im Dritten Reich:
Neben der Biographie von Schacht möchte ich aber auch kurz auf die Geschichte der FM in dieser Zeit eingehen. Meines Erachtens sind diesbezüglich einige Anknüpfungspunkte vorhanden.
Zuerst die Frage „was lenkte eigentlich den Zorn der Nazis auf die Freimaurer?“. Zu beginn des 20. Jahrhunderts gab es eine Unzahl von pseudowissenschaftlichen Büchern, welche von einer Verschwörungstheorie sprachen. Prominentes Beispiel war ein Buch von Dr. Friedlich Wichtl, welches besagt, dass die FM in vielen Ländern die Herrschaft übernommen habe und die Zerschlagung der restlichen Monarchien anstrebe. Zudem sei das Attentat auf den österreichischen Thronfolger von einem serbischen FM im Auftrag der internationalen FM erfolgt. Ebenfalls grosses Aufsehen erwarben die sogenannten „Protokolle der Weisen von Zion“. Diese Schrift tauchte Ende des 19. Jahrhunderts irgendwo in Russland auf, und stellte fraglos eine plumpe Fälschung dar von einem angeblich konspirativen Treffen. An diesem Treffen seien jüdische Welteroberungspläne geplant worden, mit Hilfe der Logen, die unter jüdischem Einfluss stünden. Diese beiden Hauptquellen waren Grundlage für eine Vielzahl von weiteren Schriften, die diese Verleumdungen abschrieben und mit weiteren Halbwahrheiten ergänzten. Unter anderem schrieb Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“: „Der Jude“ versucht zur Stärkung seiner politischen Stellung die rassischen und staatsbürgerlichen Schranken einzureissen, die ihn zunächst noch auf Schritt und Tritt beengen. Er kämpft zu diesem Zweck mit aller ihm eigenen Zähigkeit für die religiöse Toleranz, und hat in der ihm vollständig verfallenen Freimaurerei ein vorzügliches Instrument.“ Am meisten Resonanz erzielte der im ersten Weltkrieg gescheiterte deutsche General Ludendorff. Dieser war besonders daran interessiert, dass die Dolchstosslegenden vielfach kolportiert wurden. Denn das deutsche Reich sei nicht auf dem Schlachtfeld geschlagen worden, sondern in den Rücken gestochen worden. Er und seine Sympathisanten setzten zum Rundumschlag gegen alle möglichen Feinde Deutschlands an. Der ehemalige General verfiel jedoch offensichtlich einem Irrsinn, was den Lesern seiner abstrusen Theorien jedoch lange verborgen blieb.
Die haltlosen Verschwörungstheorien trafen auf fruchtbaren Boden. Der verlorene Krieg, der Sturz der Monarchie, die wirtschaftlichen Probleme empfanden viele Deutsche als Schmach. Dabei lenkten sie ihren Zorn nur allzu gerne gegen sogenannte „obere Schichten“ und „unbekannte Mächte“, die dann durch die erwähnten Hetzschriften personifiziert wurden, an Beispielen von jüdischen Bankiers und Politiker, die dem FM-Bund angehörten.
Wie reagierten die Logen auf diese Angriffe?
Die FM in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg zählte rund 82’000 Mitglieder. Die deutsche FM teilte sich in verschiedene Grosslogen und Systeme ein. Die deutschen Logenmitglieder waren in ihrer Mehrheit bürgerlich-konservativ. Internationale Kontakte waren in der dt. FM wenig ausgeprägt; so bildeten denn die kosmopolitischen und humanitären Mitglieder – die es zweifelsohne auch gab – tendenziell eine Minderheit. Die Gründe für den Abbruch der internationalen Beziehungen lag übrigens vor allem darin, dass äusländische FM-Vertreter während dem 1. Weltkrieg die Deutschen belehren wollten – so z.B. in der Alpina – was als Reaktion bei den deutschen Brüdern eben im Abbruch der internationalen Beziehungen mündete. Als um 1930 einige moderate Grosslogen wieder Kontakt mit der englischen Mutterloge aufnahmen, führte dies sogar dazu, dass die Altpreussische Grossloge den brüderlichen Kontakt einstellte, da man mit den Engländern „weder in Gedanken noch in Wirklichkeit eine Ketten bilden wollte“.
Auf die Angriffe aus völkischen und reaktionären Kreisen im Inland reagierten die Logen zuerst einmal stark irritiert und erschüttert.  Nach einer kurzen und erfolglosen Phase des Aufklärens, wählte man die Strategie der Anpassung. Die „Judenfrage“ wurde in den Diskussionen der Logen zum Dauerthema. Einerseits wurden in einzelnen Grosslogen seit jeher keine Juden akzeptiert und andererseits gingen andere Logen im Zuge der vorauseilenden Anpassungen dazu über, dass sie ihre Aufnahmebedingungen entsprechend änderten, dass nur noch „qualifizierte Männer, die im deutschen Volkstum wurzeln und auf dem Boden christlicher Anschauungen stehen“ aufgenommen wurden. Man ging sogar soweit, dass man 1926 im Freimaurer-Orden das Ritual anpasste. Stellen, die auf alttestamentarischem Brauchtum basierten wurden durch sogenannt Germanisch-Arisches ersetzt. Die „jüdischen Einflüsse“ in ihren Ritualen wollten die Br. dadurch ausmerzen. Grotesker Weise lud man auch den bekanntesten Freimaurererhasser, General Erich Ludendorff, zu einem Aufklärungsabend in eine Loge ein. Erstaunlicherweise erschien Ludendorff tatsächlich zum Besuch und beide Seiten dachten wohl, dass die Gegenseite dadurch etwas gelernt hätte. Es bleibt zu konstatieren, dass die in die Defensive gedrängten Logen weder in der Lage waren den Unterstellungen und Verleumdungen energisch entgegenzutreten, noch den Willen hatten, sich von den völkisch-nationalen und antidemokratischen Bewegungen abzugrenzen. Die Wirkung der Angriffe auf die Freimaurerei waren enorm. Die Mitgliederzahl von 82'000 sank so rasant, dass innert Kürze auch ein finanzielles Problem entstand. Die übrigbleibenden Logenbrüder mussten sich bald als Konkursverwalter vorkommen. Die Auflösung der Grosslogen zeichnete sich wie folgt ab:  
Die Grosse National-Mutterloge „Zu den drei Weltkugeln“, wurde ab 1933 zum „National-Christlicher Orden“ umgewandelt und 1935 aufgelöst.
Die Grossloge von Preussen „Zur Freundschaft“, nannte sich ab 1933 „Deutsch-Christlicher Orden zur Freundschaft“ jedoch auch ohne Weiterbestand während des 2. Weltkrieges.
Die Grosse Landesloge der Freimaurer von Deutschland, welche sich vor dem Dritten Reich bereits von der FM lossagte, und nach der schwedischen und streng christlichen Lehrart unter dem Namen „Deutsch-Christlicher Orden“ arbeitete wurde 1935 aufgelöst.
Ich habe hier die drei wichtigsten von elf 1933 bestehenden Grosslogen aufgezählt. Überall bewirkte das Dritte Reich, neutral ausgedrückt: „eine Zäsur“ in der maurerischen Arbeit.
Hjalmar Schacht spielte bei den letzten Tagen der deutschen Freimaurerei übrigens eine wichtige Rolle. Er war zu dieser Zeit das prominenteste Mitglied des FM-Bundes und auch der einzige, welcher im Nazi-Regime eine führende Rolle einnahm. Die Tatsache, dass ein Mitglied der Regierung aktiver Freimaurer war, zeigt aber auch, dass es den Nazis nicht so wichtig war mit ihrem „Juden und Freimaurer“-Wahn. Schacht war es, der einen letzten Versuch unternahm, mit Hitler über die FM-Frage zu reden. Er fuhr im Frühjahr 1935 zu Hitler auf den Obersalzberg. Hitler zeigte sich nicht unfreundlich, blieb jedoch in der Sache unnachgiebig und erklärte, er wisse, dass den altpreussischen, christlichen Grosslogen nichts vorzuwerfen sei, müsse jedoch im Interesse des Totalitätsanspruchs der Bewegung auf einer Auflösung der FM und ihren Nachfolgeorganisationen bestehen. Das Entgegenkommen Hitlers bestand darin, dass die Logen sich selbst und unter Wahrung ihrer Gebräuche auflösen durften. Mit dieser „höchsten“ Entscheidung des Führers lösten sich sämtliche Logen innert Kürze auf. Der Beamtenapparat Hitlers musste nur noch den Vollzug der Auflösung der Logen kontrollieren.
Es wäre aber nicht richtig, wenn man die Selbstauflösungen und ganz allgemein das Verhalten der deutschen Freimaurer als feige bezeichnen würde. Die deutschen Freimaurer wurden seit Ende des 1. Weltkrieges immer mehr auch persönlich bedroht. Die Verzeichnisse der Logenbrüder gelangten zu den SA-Stellen und Logenmitglieder erlebten diverse Repressalien. Unter anderem wurden ehemalige Freimaurern die Beförderung in eine höhere Beamtenstellung verwehrt, resp. ehemalige FM wurden von wichtigen Ämtern enthoben. In den beiden Büchern „Winkelmass und Hakenkreuz“ und „Konflikt und Anpassung“ sind unzählige Beispiele dokumentiert, wie die ehemaligen Bbr. Repressionen ausgesetzt waren. Wohl blieb den Freimaurern der Opfergang wie sie ihn die europäischen Juden erleben mussten erspart. Ihre Verfolgung bewegte sich auf der vergleichsweise harmlosen Ebene bürokratischer Schikanen und Zwangsmassnahmen – für den Einzelnen diskriminierend, demütigend und in vielerlei Hinsicht nachteilig, aber nicht existenzbedrohend. Es bleibt auch offen, zu welchen Methoden das Nazi-Regime gegriffen hätte, wenn sich die Logen nicht sofort selbst aufgelöst hätten.
Die Frage, wer von uns bereit wäre, für die FM solches heute zu erdulden, kann jeder für sich selbst beantworten.
Die Verfolgung der FM betraf aber nicht nur Deutschland. Auch in den besetzten Ländern führte der Apparat Hitlers die Auflösung der ansässigen Logen mit deutscher Sorgfalt durch. So wurden die Logeninventare in Paris sofort beschlagnahmt. Ein Franzose wurde beauftragt, ein Freimaurermuseum zu organisieren. Es war im 2. Weltkrieg eine gängige Propaganda-Methode, dass man Ausstellungen wie „Der ewige Jude“ oder eben ein FM-Museum organisierte. Dem französischen Kollaborateur, welcher die Museums-Organisation leitete, wurde eines Nachts ein Schwert vor die Haustüre gelegt. Er selbst hielt dies als die rituelle Verkündung eines über seine Person gefällten freimaurerischen Todesurteil. In der Folge wurden 50-Hochgradfreimaurer durch die SS verhaftet, um notfalls „Geisseln zur Hand zu haben.“
Auch nach der Zerschlagung der FM blieb die Propaganda gegen „Judentum und Freimaurerei“  ungebrochen. So erschien z.B. 5 Jahre nach der Auflösung aller deutscher Logen noch ein sogenannter „Schulungsbrief“, der wieder sämtliche einschlägigen Theorien zum Thema FM wiederholte. Der Schulungsbrief wurde in 4.8 Mio. Exemplaren veröffentlicht und wurde von Partei und Behörden verbreitet. Die Verschwörungstheorien wurden durch ihre permanente Wiederholung einer ganzen Generation eingeimpft.
Die Schweiz erlebte seinerzeit die Angriffe gegen die Freimaurerei auch. Die Fonjallaz-Initiative, welche das Verbot der FM verlangte, scheiterte im Schweizervolk kläglich. Historiker begründen dies mit der gefestigten Demokratie der Schweiz, welche gegen die totalitäre Bewegungen der Nazis und Faschisten weniger anfällig gewesen sei, als die junge Weimarer Republik. Auch ich glaube, dass das beste Mittel gegen Totalitarismus eine breitverankerte Demokratie darstellt. Diese muss aber gepflegt werden. Meines Erachtens  basiert eine Demokratie auf dem vernünftigen Meinungsaustausch. Toleranz und gegenseitiger Respekt, wie wir ihn beispielsweise im Logenleben lernen, sind dafür notwendig.
Die Gefahr einer totalitären Welle, wie sie das Dritte Reich bescherte, ist nicht gebannt. Die Geschichte wird sich sicherlich nicht genau gleich wiederholen. Das Gesicht des Totalitären wird sich verändern. Aber es braucht geistige Wachsamkeit und eine aktive Beteiligung der Bevölkerung an der Demokratie. Beides Punkte, die sich in den letzten Jahren verschlechterten. Doch wenn mich eines in meiner bisherigen FM-Karriere geprägt hat, ist es folgender Spruch: „Wir können in der Welt nichts wirklich ändern, nur uns selbst.“ In diesem Sinne hoffe ich, dass es mir nie wie einem Hjalmar Schacht geht, der seine Energie, seine Fähigkeiten einem Nazi-Regime zur Verfügung stellte, mit dem er von seinem Wesen und seiner Überzeugung her, doch so wenig gemeinsam hatte.