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GOTTHOLD EPHRAIM LESSING
 
ERNST UND FALK
 
Gespräche für Freimäurer
4. und 5. Gespräch
 
G. E. Lessing sagt im nachstehenden Gedicht über sich selber :
 
ICH
Die Ehre hat mich nie gesucht;
Sie hätte mich auch nie gefunden.
Wählt man, in zugezählten Stunden,
Ein prächtig Feierkleid zur Flucht?
 
Auch Schätze hab ich nie begehr.
Was hilft es sie auf kurzen Wegen
Für Diebe mehr als sich zu hegen,
Wo man das wenigste verzehrt?
 
Wie lange währts, so bin ich hin,
Und einer Nachwelt untern Füssen?
Was braucht sie wen sie tritt zu wissen?
Weiss ich nur wer ich bin.
 
 
Gotthold Ephraim Lessing wurde am 22. Januar 1729 in Kamenz (Oberlausitz) als 3. Kind des Pastors Johann Gottfried Lessing geboren. Er besuchte in den Jahren 1741 - 1746 die Fürstenschule St. Afra in Meissen. In diese Zeit fallen auch seine ersten poetischen Versuche.
1746 studierte er Theologie, vor allem Philosophie, Philologie und Archäologie in Leipzig.
1748 studierte er Medizin in Leipzig und Wittenberg.
1770 berief ihn sein Förderer der Erbprinz Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, Oberhaupt der "Strikten Observanz", zum Bibliothekar in Wolfensbüttel.
Am 15. Februar 1781 verstarb er als braunschweigischer Hofrat auf einer Reise in Braunschweig.
 
Zu seiner Zeit galt Gotthold Ephraim Lessing als einer der schärfsten Denker und der Vater der deutschen Kritik und Prosa. Seine theologischen Streitschriften waren gefürchtet. So scheute er sich denn auch nicht nach seiner Bekanntschaft mit der Freimaurerei Kritik an derer seinerzeitigen Entwicklung anzubringen, was sich in den "Gesprächen für Freimäurer *Ernst und Falk*" niederschlägt.
 
Zum besseren Verständnis der Situation der Gesellschaft im 18. Jahrhundert und deren Einfluss auf die  Entwicklung der Freimaurerei möchte ich einen kurzen historischen Rückblick auf den Zeitraum wo Br. Lessing, aber auch die Brr. Herder, Knigge, Kleist und Goethe gewirkt haben, einfügen:
 
Jene Zeit war, eine für uns unvorstellbare. Es herrschten die Könige und Fürsten, umgeben von ihrem Hofstaat, und diese Herrscher empfanden sich als von Gottes Gnaden und bestimmten, was Recht und was Unrecht ist. Hoffnung gab für das breite Volk nur das, was der Pfarrer des Sonntags predigte, aber diese Hoffnung lag im Jenseits. Nie waren Menschen so sehr in zwei Klassen geteilt, wie zu jener Zeit.
In dieser Zeit war die Freimaurerei als Kind der Aufklärung direkt eine Notwendigkeit. durch ihre Ideologie einer Symbiose aus rationalem Denken und Elementen der Mystik und des Okkultismus wurde von ihr der Typus des religiösen, aber überkonfessionellen Menschen, eines der staatlichen Macht loyalen Bürgers, der zugleich Kosmopolit war propagiert. Doch war das reguläre (englisches) System im 18. Jahrhundert einer grossen Belastung ausgesetzt.
Kaum wurde die moderne Freimaurerei nach 1717 in der damaligen Welt angenommen und die Geschichte ihrer Verbindung mit der Alchemie, Zauberei und dem Stein der Weisen in England grösstenteils überwunden, als adelige Freimaurerer vor allem in dem Gebiet des heutigen Frankreichs, Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz ihre Unzufriedenheit mit den drei Graden und dem Ziel einer abgestuften Entwicklung moralischer Vollkommenheit empfanden. Auf eine Verbesserung der leichtsinnigen Lebensart der französischen Logen bedacht führte Chevalier Andrew Michael Ramsay ein System ein, das älter und echter sein sollte. 1737 argumentierte er in der Pariser Grossloge. die eigentlichen Vorläufer der Freimaurer seien die Tempelherren des frühen Mittelalters. So genannt im falschen Glauben, dass die ersten Tempelherren aus Schottland stammten, entwickelte sich aus dem englischen ein schottisches System, das in den nächsten fünfundvierzig Jahren in Frankreich, Deutschland, Schweiz, Oesterreich und anderen Länder blühte.
Es entstanden zu dieser Zeit verschiedene Hochgradsysteme und Orden. Einer war die Brüderschaft der Gold- und Rosenkreuzer sie wirkte seit etwa Mitte des 18. Jahrhunderts in Deutschland. Eine andere Verirrung der damaligen Freimaurerei ist der Versuch den Tempelherrenorden wieder herzustellen, damit ist die "Strikte Observanz" gemeint. "strenger Gehorsam war die Grundbedingung dieses Ordens der 1742 gegründet wurde und für grossen Verwirrung in der damaligen zeitgenössischen Freimaurerei sorgte. Auf dem Freimaurerischen Konvent 1782 von Wilhelmsbad wurde der Orden dann aber praktisch aufgelöst. Die Zürcher Loge "La Discretion" später "Modestia cum Libertate" gehörte ebenfalls der "Strikten Observanz" an. Diese stellte 1786 ihre Arbeiten ein und nahm sie erst 1811 wieder auf.
Ein weiterer, In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts gegründeter Geheimorden war der der Iluminaten (Die Erleuchteten). Stifter des Ordens war der streitbare Ingolstädter Professor Adolf Weisshaupt, der nach dem organisatiorischen Vorbild des Jesuitenordens, mit dem er im Kampf stand, eine "Geheime Weisheitsschule" ins Leben rufen wollte. Ich erwähne diesen Geheimorden, obwohl er nicht mit dem Wesen und den Zielen der Freimaurerei in Verbindung zu bringen ist, sondern weil viele nahmhafte Brr. Freimaurer wie Johann Wolfgang Goethe, Herzog Karl August, Graf Stolberg, Herzog Ferdinand von Braunschweig Mitglied waren und der Orden noch heute in Deutschland und Oesterreich herumgeistert.
Das "englische System" das sich auf die neuen Konstitutionen von Br. James Andersen  von 1723 abstützt hatte aber trotz der Wirren nach wie vor Bestand, bis auf die Staaten, wie Deutschland, Frankreich wo der Absolutismus regierte. In diesen Ländern wurde die englische spekulative Maurerei teilweise durch die neuen Systeme in ihrer Tätigkeit teilweise stark eingeschränkt. Daher notierte Lessing zwischen 1770 und -71, dass er nicht in der Lage war, die wahren Geheimnisse der Freimaurerei zu verraten, da er von den wahren oder den vermeintlichen Geheimnissen nichts wüsste.
        Diese Verirrungen kommen vor allem im vierten Gespräch von "Ernst und Falk" wie wir noch hören werden zum Ausdruck.
 
Lessing und die Freimaurer
Lessing war es unerträglich dass es von der Obrigkeit weitgehende unkontrollierte, um die Erkenntnis der Wahrheit bemühte und der Wohlfahrt der Menschheit dienende Institution geben sollte die er nicht kannte.
Lessing, getrieben von dem was er über die Freimaurerei gelesen hatte, wollte unbedingt Mitglied einer Loge in Hamburg werden. Es gab zu der Zeit aber nur zwei reguläre Logen in Hamburg. "Absalom zu den drei Nesseln" und "St. Georg zur grünen Fichte". Meister vom Stuhl in der Loge "Absalom" war Lessings Freund und Geschäftspartner Johann Joachim Bode.
Als Lessing im Jahre 1767 um Aufnahme in den Bund bat, erfolgte eine Ablehnung von Seiten Bodes, denn es gab keine regulären Logen mehr. "Absalom" und "St. Georg" waren geschlossen zur "Strikten Observanz" übergewechselt. Bode war der Hauskomtur. Man spielte nun Ritter und der Bürger durfte Degen tragen. Bode konnte zu jener Zeit weder weiter als Meister vom Stuhl amtieren noch gesetzmässige Aufnahmen durchführen. Die wahren Gründe der Ablehnung wurden von Bode gegenüber Lessing verheimlicht. Als Lessing 1770 in Hamburg mit Herder zusammentraf und anschliessend den Wunsch nocheinmal äusserte endlich aufgenommen zu werden, verweigerte sich Bode abermals.
Als Johann Freiherr von Rosenberg, der den Hammer der Winkelloge "Zu den drei goldenen Rosen" führte, von dem Aufnahmebegehren Lessings hörte, bot er Lessing seine Loge an. Lessin wurde im August 1771 mit der Matrikelnummer 56 durch den Freiherr von Rosenberg, dem Meister vom Stuhl der Zinnendorfschen Loge "Zu den drei goldenen Rosen" im Or. Hamburg aufgenommen und gleichentags durch die drei Johannisgrade geführt. Es war eine höchst unglückliche Aufnahme im Hause des Stuhlmeisters und in Abwesenheit der beiden Vorsteher und aller Brr. auf den Kolonnen. Diese Aufnahme ohne rituelles Erlebnis mag einen schlechten Eindruck auf Br. Lessing gemacht haben, denn "er habe weitaus höhere Ansichten über Wesen und Ziele der Freimaurerei". Er war von der - mit Geheimnis - umgebenen Logenpraxis zu tiefst enttäuscht und aus dieser Enttäuschung sind vor - 1777 - die Dialoge zu "Ernst und Falk" entstanden. Lessing sah - so Falk im 4. Gespräch - , dass "die Loge zur Freimaurerei sich verhielte wie die Kirche zum Glauben".
Dass Br. Lessing "zeitlebens" seine Loge "Zu den drei goldenen Rosen" nie mehr besucht hat liegt wohl darin dass es sich um eine irreguläre Loge handelte und in Sachsen sich alle Logen der "Strikten Observanz" zugewandt hatten. weiter war Lessings Wohn- und Arbeitsplatz Wolfenbüttel.
Lessing darf besonders nach dem Inhalt des zweiten Gespräches "Ernst und Falk" als der Künder des philosophischen und sozialethischen Gedankeninhalts der Freimaurerei bezeichnet werden. Wie in England Desaguliers der Begründer der formalen Freimaurerei der freimaurerischen Neuzeit ist, so ist in Deutschland und der Schweiz Lessing der eigentliche Begründer der freimaurerischen Humanitätslehre geworden. Wie über "Nathan der Weise und der Erziehung des Menschengeschlechts steht über Ernst und Falk das Motto: Duldung! Tätige Menschenliebe!".
Lessing blieb ein Logenleben verwehrt. Oft beklagte er sich in Briefen über seine Einsamkeit in Wolfenbüttel. Die Begegnung in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts Lessings in Bad Pyrmont mit Freimaurern,, die nur für ganz kurze Zeit eine Loge ins Leben gerufen hatten, war offensichtlich  für ihn Anregung genug, um sich "höheren Ortes" um eine Genehmigung zu bemühen, in Wolfenbüttel eine Loge zu gründen, in der er selber Meister vom Stuhl sein wolle. Auf dringendes Anraten hat er jedoch von dem Plan abgelassen. Diese Loge die von einer Gruppe von jungen Offizieren 1776 gegründet wurde hat später die Arbeit wieder aufgenommen und arbeitet heute noch unter dem Namen "Friedrich zu den drei Quellen" Nr. 100.
 
Lessings kosmopolitische Aufffassung der Freimaurerei (Globalisierung) Lessing sieht in seinem Verständnis der Freimaurerei die weltumspannende Bruderkette die wir in unseren Ritualen immer wieder beschwören und die sich heute nur auf nationalen Grosslogen beschränkt und nur das gegenseitige Besuchsrecht und die Anerkennung durch die Grossloge von England gemeinsam haben. Dies im Gegensatz zu den "Service-Klubs", Rotarier, Lions und Kiwanis, die weltweit organisiert sind und dadurch auch grosse humanitäre Projekte durchziehen können und damit einen Bekanntheitsgrad erreichen von dem die Freimaurerei nur träumen kann.
 
 
Die ersten drei Gespräche für Freimäurer "Ernst und Falk"
 
Die ersten drei Gespräche wurden zur Michaelismesse 1778 herausgegeben. Das vierte und fünfte Gespräch wurde aufgrund seines an Herzog Ferdinand gegebene Versprechen nicht veröffentlicht. Ein Exemplar dieser ersten Ausgabe ist im Besitz der "Bibliotheka Masonica August Belz" in der Vadiana St. Gallen.
 
Aus der "Vorrede eines Dritten" zu den Gesprächen "Ernst und Falk".
 
"Wenn nachstehende Blätter die wahre Ontologie der Freimäurerei nicht enthalten: so wäre ich begierig zu erfahren, in welcher von den unzähligen Schriften, die sie veranlasst haben, ein mehr bestimmter Begriff von ihrer Wesenheit gegeben werde. Wenn aber die Freimäurer alle, von welchem Schlage sie auch immer sein mögen, gern einräumen werden, dass der hier angezeigte Gesichtspunkt der einzige ist, aus welchem - einem blöden Auge ein blosses Phantom zeigt, - sondern gesunde Augen eine wahre Gestalt erblicken: So dürfte nur noch die Frage entstehen, warum man nicht längst deutlich mit der Sprache herausgegangen sei?"
 
Ort der Handlung ist die Hauptstrasse von Bad Pyrmont, bekannt durch das Pyrmonter, kohlesäurehaltige Mineralwasser und seinen schönen Parkanlagen.
 
Ich möchte hier auszugsweise auf das wichtigste aus diesen drei Gesprächen hinweisen:
 
1. Gespräch:
 
Ernst       
Ist es war, Freund, dass du Freimäurer bist?
Falk       
Ich glaube ein Freimäurer zu sein; nicht so wohl weil ich von älteren Maurern in einer gesetzlichen Loge aufgenommen worden: sondern weil ich einsehe und erkenne, was und warum die Freimäurerei ist, wenn und wo sie gewesen, wie und wodurch sie befördert oder gehindert wird.
Antwort von Falk auf die Frage von Ernst:
"Und könntest du denn wissen, was du weist, ohne aufgenommen zu sein?"
Falk       
¨Warum nicht? - Die Freimäurerei ist nichts willkürliches, nichts entbehrliches: sondern etwas notwendiges, das in dem Wesen des Menschen und der bürgerlichen Gesellschaft gegründet ist. Folglich muss man auch durch einiges Nachdenken eben so wohl darauf verfallen können, als man durch Anleitung darauf geführt wird.
Antwort auf die Frage von Ernst nach den wahren Taten der Freimaurerei:
Falk       
Nur so viel kann ich dir sagen: die wahren Taten der Freimäurer sind so gross, so weit aussehend, dass ganze Jahrhunderte vergehen können, ehe man sagen kann das haben sie getan ! Gleichwohl haben sie alles Gute getan, was noch in der Welt ist, - merke wohl: in der Welt! - Und fahre fort, an alle dem Guten zu arbeiten, was noch in der Welt werden wird, - merke wohl, in der Welt.
 
 
2. Gespräch:bürgerliche Gesellschaft:
 
Dieses zweite Gespräch hat die Suche nach einer weltumspannender Lösung für die bürgerliche Gesellschaft die trotz allem Trennenden hinsichtlich der verschiedenen Kulturen, Religionen und sozialen Standesunterschiede in vollkommener Glückseligkeit zusammenleben können zum Inhalt.
 
Falk      
Glaubst du, dass die Menschen für die Staaten erschaffen werden ? Oder dass die Staaten für die Menschen sind ?
Ernst       
Jenes scheinen einige behaupten zu wollen. Dieses mag wohl das Wahre sein.
Falk       
So denke ich auch. - Die Staaten vereinigen die Menschen, damit durch diese und in dieser Vereinigung jeder einzelne Mensch seinen Teil von Glückseligkeit desto besser und sicherer geniessen könne. - Das Totale der einzelnen Glückseligkeiten aller Glieder, ist die Glückseligkeit des Staates. Ausser dieser gibt es gar keine. Jede andere Glückseligkeit des Staates, bei welcher auch noch so wenig einzelne Glieder leiden, und leiden müssen, ist Bemäntelung der Tyrannei. Anders nichts.
Falk       
Nun sieh das zweite Unheil, welches die bürgerliche Gesellschaft, ganz
ihrer Absicht entgegen, verursacht. Sie kann die Menschen nicht vereinigen, ohne sie zu trennen, ohne Klüfte zwischen ihnen zu befestigen, ohne Scheidemauern durch sie hindurch zu ziehen. Nicht genug, dass die bürgerliche Gesellschaft die Menschen in verschiedene Völker und Religionen teilet und trennet.Ist es möglich dass ein Staat sich ohne Verschiedenheit von Ständen denken lässt? Er sei gut  oder schlecht, der Vollkommenheit mehr oder weniger nahe: unmöglich können alle Glieder desselben unter sich das nämliche Verhältnis haben.
 
...Wenn Anfangs auch alle Besitzungen des Staates unter sie gleich
        verteilet worden: so kann diese gleiche Verteilung doch keine zwei
        Menschenalter bestehen. Einer wird sein Eigentum  besser zu nutzen
        wissen, als der andere. ...Es wird also reichere und ärmere Glieder
        geben.
.....Nun kommt Lessing in seinem zweiten Gespräch der Lösung, wie die Nachteile der
        Trennung der Menschen in der bürgerlichen Gesellschaft, durch die
        nachstehenden Wünsche nahe. Eine Lösung mit der er seinen Freund,
        der nach wie vor Zweifel an der Freimaurerei hegt, von der Notwendigkeit
        dieser überzeugen kann.
 
Falk       
Denn bürgerliche Gesetze erstrecken sich nie über die Grenzen ihres Staats. Und dieses würde nun gerade ausser den Grenzen aller und jeder Staaten liegen. - Folglich kann es nur ein Opus supererogatum sein: und es wäre bloss zu wünschen, dass sich die Weisesten und Besten eines jeden Staats diesem Operi supererogato freiwillig unterzögen.
Falk       
Ich dächte! dass es in jedem Staate Männer geben möchte, die über die Vorurteile der Völkerschaft hinweg wären, und genau wüssten, wo Patriotismus, Tugend zu sein aufhöret.
- dass es in jedem Staate Männer geben möchte, die dem Vorurteile ihrer angeborenen Religion nich unterlägen; nicht glaubten, dass alles notwendig gut und wahr sein müsse, was sie für gut und war erkennen.
- dass es in jedem Staate Männer geben möchte, welche bürgerliche Hoheit nicht blendet, und bürgerliche Geringfügigkeit nicht ekelt; in deren Gesellschaft der Hohe sich gern herablässt, und der Geringe sich dreist erhebet.
Falk       
Wie wenn es dergleichen Männer itzt überall gäbe? zu allen Zeiten nun ferner geben müsste? Und diese Männer nicht in einer unwirksamen Zerstreung lebten? nicht immer in einer unsichtbaren Kirche? Dass ich es kurz mache. - Und diese Männer Freimäurer wären? Wie, wenn es die Freimäurer wären, die sich mit zu ihrem Geschäfte gemacht hätten, jene Trennungen, wodurch die Menschen einander so fremd werden, so eng als möglich wieder zusammen zu ziehen?
 
Das 4. und 5. Gespräch
 
Vorrede eines Dritten:
 
Der Verfasser der ersten drei Gespräche hatte diese Fortsetzung, wie man weiss, im Manuskript, zum Drucke fertig liegen, als derselbe höheren Ortes einen bitteren Wink bekam, dieselbe nicht bekannt zu machen.
Vorher hatte er aber dies vierte und fünfte Gespräch einigen Freunden mitgeteilt, welche, vermutlich ohne seine Erlaubnis, Abschriften davon genommen hatten. Eine dieser Abschriften war dem jetzigen Herausgeber durch einen sonderbaren Zufall in die Hände gefallen. Er bedauerte, dass so viel herrliche Wahrheiten unterdrückt werden sollten, und beschloss das Manuskript ohne Winke zu haben, drucken zu lassen.
Wenn die Begierde, Licht über so wichtige Gegenstände allgemeiner verbreitet zu sehen, nicht diese Freiheit hinlänglich entschuldigt; so lässt sich nichts weiter zur Verteidigung derselben sagen, als dass der Herausgeber kein aufgenommener Maurer ist.
Uebrigens wird man noch finden, dass er aus Vorsicht und Achtung gegen einen gewissen Zweig dieser Gesellschaft, einige Namen, welche ganz ausgeschrieben waren, bei der Herausgabe nicht genannt hat.
 
VIERTES GESPRÄCH
 
Falk        Ernst Willkommen Endlich wieder einmal Ich habe meine Brunnen-Kur längst beschlossen.
Ernst        Und befindest dich wohl darauf? Ich freue mich.
Falk        Was ist das? Man hat nie ein "Ich freue mich" ärgerlicher ausgesprochen.
Ernst        Ich bin es auch, und es fehlt wenig dass ich es nicht über dich bin.
Falk        Ueber mich?
Ernst        Du hast mich zu einem albernen Schritt verleitet -Sieh her* Gib mir die Hand* - Was sagst Du? - Du zuckst die Achseln? Das hätte mir noch gefehlt.
Falk        Dich verleitet?
Ernst        Es kann sein, ohne dass du es gewollt hast.
Falk        Und soll doch Schuld haben.
Ernst        Der Mann Gottes spricht dem Volk von einem Lande, da Milch und Honig fliesst, und das Volk soll sich nicht danach sehnen? Und soll über den Mann Gottes nicht murren, wenn er sie, anstatt in dieses gelobte Land, in dürre Wüsten führt?
Falk        Nun, nun! der Schaden kann doch so gross nicht sein - Dazu sehe ich ja, dass du schon bei den Gräbern unserer Vorfahren gearbeitet hast.
Ernst         Aber sie waren nicht mit Flammen, sondern mit Rauch umgeben.
Falk        So warte, bis der Rauch sich verzieht, und die Flamme wird leuchten und wärmen.
Ernst        Der Rauch wird mich ersticken, ehe mir die Flamme leuchtet und wärmen, sehe ich wohl, werden Andere an ihr, die den Rauch besser vertragen können.
Falk        Du sprichst doch nicht von Leuten, die sich vom Rauch gern beissen lassen, wenn es nur der Rauch einer fremden fetten Küche ist?
Ernst         Du kennst sie also doch?
Falk        Ich habe von ihnen gehört.
Ernst        Umso mehr, was konnte dich bewegen mich auf dies Eis zu führen? Mir dazu Sachen vorzuspiegeln, deren Ungrund du nur allzuwohl wusstest?
Falk        Dein Verdruss macht dich sehr ungerecht - Ich wollte mit dir von der Freimäurerei gesprochen haben, ohne es auf mehr als eine Art zu verstehn zu geben, wie unnütz es sei, dass jeder ehrliche Mann ein Freimäurer werde - wie unnütz nur? - ja wie schädlich. -
Ernst        Das mag wohl sein.
Falk        Soll ich dir nicht gesagt haben, dass man die höchsten Pflichten der Mäurerei erfüllen könne, ohne ein Freimäurer zu heissen?
Ernst        Vielmehr erinnere ich mich dessen - Aber du weißt ja wohl, wenn meine Fantasie einmal den Fittig ausbreitet, einen Schlag damit tut - kann ich sie halten? - Ich werfe dir nichts vor, als dass du ihr eine solche Lockspeise zeigtest. -
Falk        Die du zu erreichen doch auch sehr bald müde geworden -Und warum sagtest du mir nicht ein Wort von deinem Vorsatze?
Ernst        Würdest du mir davon abgeraten haben?
Falk        Ganz gewiss - Wer wollte einem raschen Knaben, weil er dann und wann noch fällt, den Gängelwagen wieder einschwätzen? Ich mache dir kein Kompliment; Du warst schon zu weit, um von da wieder auszugehen. Gleichwohl konnte man mit dir keine Ausnahme machen. Den Weg müssen Alle betreten.
Ernst        Es sollte mich auch nicht reuen ihn betreten zu haben, wenn ich mir nur von dem noch übrigen Weg mehr zu versprechen hätte. Aber Vertröstungen, und wieder Vertröstungen, und nichts als Vertröstungen!
Falk        Wenn man dich schon vertröstet! Und auf was vertröstet man dich denn?
Ernst        Du weißt ja wohl, auf die schottische Mäurerei, auf den schottischen Ritter.
Falk        Nun ja, ganz recht - Aber wessen hat sich denn der schottische Ritter zu trösten?
Ernst        Wer das wüsste!
Falk        Und deines Gleichen, die andern Neulinge des Ordens, wissen denn die auch nichts?
Ernst        O die! die wissen so viel! die erwarten so viel! - Der Eine will Gold machen, der Andere will Geister beschwören, der Dritte will die Tempelherren wieder herstellen - du lächelst - und lächelst nur? -
Falk        Was kann ich anders?
Ernst        Unwillen bezeugen über solche Querköpfe!
Falk        Wenn mich nicht Eins mit ihnen wieder versöhnte.
Ernst        Und was?
Falk        Dass ich in allen diesen Träumereien Streben nach Würklichkeit erkenne, dass sich aus allen diesen Irrwegen noch abnehmen lässt, wohin der wahre Weg geht.
Ernst        Auch aus der Goldmacherei?
Falk        Auch aus der Goldmacherei. Ob sich würklich Gold machen lässt, oder nicht machen lässt, gilt mir gleichviel. Aber ich bin sehr versichert, dass vernünftige Menschen nur mit Rücksicht auf Freimäurerei es machen zu können wünschen werden. Auch wird der erste, der beste. dem der Stein der Weisen zu Teil wird, in dem nämlichen Augenblick Freimäurer - Und es ist doch sonderbar, dass dieses alle Nachrichten bestätigen, mit welchen sich die Welt von wahren oder vermeinten Goldmachern trägt.
Ernst        Und die Geister-Beschwörer?
Falk        Von ihnen gilt  ohngefähr das nämliche - Unmöglich können Geister auf die Stimme eines anderen Menschen hören, als eines Freimäurers.
Ernst        Wie ernsthaft du solche Dinge sagen kannst! -
Falk        Bei allem was heilig ist! nicht ernsthafter als sie sind.
 
 
Ernst        Wenn das wäre! - Aber endlich die die neuen Tempelherren wenn Gott will?
Falk        Vollends die!
Ernst        Siehst du! Von denen weist du nichts zu sagen. Denn Tempelherren waren doch einmal, Goldmacher aber und Geister-Beschwörer gab es vielleicht nie. Und es lässt sich freilich besser sagen, wie die Freimäurer sich zu solchen Wesen der Einbildung verhalten, als zu würklichen.
Falk        Allerdings kann ich mich hier nur in einem Dilemma ausdrücken: Entweder, oder -
Ernst        Auch gut! Wenn man nur wenigstens weiss, dass unter zwei Sätzen einer war ist: Nun! Entweder diese Templars - would be -
Falk        Ernst! Ehe du noch eine Spötterei völlig aussagst! Auf mein Gewissen! - Diese - eben diese sind entweder gewiss auf dem rechten Weg, oder so weit davon entfernt, dass ihnen auch nicht einmal die Hoffnung mehr übrig ist, jemals darauf zu gelangen.
Ernst        Ich muss das so mit anhören. Denn dich um eine nähere Erklärung zu bitten-
Falk        Warum nicht? man hat lange genug aus Heimlichkeiten das Geheimnis gemacht.
Ernst        Wie verstehst du das?
Falk        Das Geheimnis der Freimäurer, wie ich dir schon gesagt habe, ist das, was der Freimäurer nicht über seine Lippen bringen kann, wenn es auch möglich wäre, dass er es wollte. Aber Heimlichkeiten sind Dinge, die sich wohl sagen lassen, uind die man nur in gewissen Zeiten, in gewissen Ländern, teils aus Neid verhehlte, teils aus Furcht verbiss, teils aus Klugheit verschwieg.
Ernst        Zum Exempel?
Falk        Zum Exempel! Gleich diese Verwandtschaft unter Tempelherren und Freimäurern. Es kann wohl sein dass es einmal nötig und gut war, sich davon nicht merken zu lassen - Aber jetzt - jetzt kann es im Gegenteil höchst verderblich werden, wenn man aus dieser Verwandtschaft noch länger ein Geheimnis macht. Man müsste sie vielmehr laut bekennen, und nur den gehörigen Punkt bestimmen, in welchem die Tempelherren die Freimäurer ihrer Zeit waren.
Ernst        Darf ich ihn wissen, diesen Punkt?
 
Falk        Lies die Geschichte der Tempelherren mit Bedacht! Du musst ihn erraten. Auch wirst du ihn gewiss erraten, und eben das war die Ursache, warum du kein Freimäurer hättest werden müssen.
Ernst        Dass ich nicht den Augenblick unter meinen Bücher sitze! - Und wenn ich ihn errate, willst du mir gestehen dass ich ihn erraten habe?
Falk        Du wirst zugleich finden, dass du dieses Geständnis nicht brauchst - Aber auf mein Dilemma wieder zurückzukommen! Eben dieser Punkt ist es allein, woraus die Entscheidung desselben zu holen ist - Sehen und fühlen alle Freimäurer, welche jetzt mit den Tempelherren schwanger gehen, diesem rechten Punkt; Wohl ihnen! Wohl der Welt! Segen zu allem was sie tun! Segen zu allem was sie unterlassen! - Erkennen und fühlen sie ihn aber nicht, jenen Punkt; hat sie ein blosser Gleichlaut verführt; hat sie bloss der Freimäurer der im Tempel arbeitet, auf die Tempelherren gebracht; haben sie sich nur in das rote Kreuz auf dem weissen Mantel vergafft; mögten sie nur gern einträgliche Comtureien, fette Pfründen sich und ihren Freunden zuteilen können; - Nun so schenke uns der Himmel recht viel Mitleid, damit wir uns des Lachens enthalten können.
Ernst        Sieh du kannst doch noch warm und bitter werden.
Falk        Leider! - Ich danke dir für deine Bemerkung, und bin kalt wieder, wie Eis.
Ernst        Und was meinst du wohl, welcher von den beiden Fällen der Fall dieser Herren ist?
Falk        Ich fürchte der letztere - Mögt' ich mich betrügen! - Denn wenn es der erste wäre; wie können sie so einen seltsamen Anschlag haben? - die Tempelherren wieder herzustellen! - Jener grosse Punkt, in welchem die Tempelherren Freimäurer waren, hat nicht mehr Statt. Wenigstens ist Europa längst darüber hinaus, und bedarf darin weiter keines ausserordent-lichen Vorschubs - Was wollen sie also? Wollen sie auch ein voller Schwamm werden, den die Grossen einmal ausdrücken? - Doch an wen diese Frage? Und wider wen? Hast du mir denn gesagt - Hast du mir denn sagen können, dass mit diesen Grillen von Goldmachern, Geister-Bannern, Tempelherren, sich andere , als Kinder, als Leute, die Kinder zu missbrauchen keine Bedenken tragen! - Aber Kinder werden Männer - Lass sie nur! - Genug, wie gesagt, dass ich schon in dem Spielzeug die Waffen erblicke, welche einmal die Männer mit sicherer Hand führen werden.
Ernst        Im Grunde, mein Freund sind es nicht diese Kindereien, die mich unmutig machen. Ohne zu vermuten, dass etwas Ernsthaftes hinter ihnen sein könnte, sah ich über sie weg - Tonnen, dachte ich, den jungen Walfischen ausgeworfen! - Aber was mich nagt, ist das: dass ich überall nichts sehe, überall nichts höre, als diese Kindereien, dass von dem, dessen Erwartung du in mir erregtest, keiner etwas wissen will. Ich mag diesen Ton angeben, so oft ich will, gegen wen ich will; niemand will einstimmen, immer und an aller Orten das tiefste Stillschweigen.
Falk        Du meinst -
Ernst        Jene Gleichheit, die du mir als Grundgesetz des Ordens angegeben; jene Gleichheit, die meine ganze Seele mit so unerwarteter Hoffnung erfüllte: sie endlich in Gesellschaft von Menschen atmen zu können, die über alle bürgerlichen Modifications hinweg zu denken verstehen, ohne sich an einer zum Nachteil eines Dritten zu versündigen -
Falk        Nun?
Ernst        Sie wäre doch? Wenn sie jemals gewesen! - Lass einen aufgeklärten Juden kommen, und sich melden! "Ja" heisst es "ein Jude? Christ wenigstens muss freilich der Freimäurer sein. Es ist nur gleichviel was für ein Christ. Ohne Unterschied der Religion, heisst nur, ohne Unterschied der drei im heiligen römischen Reich öffentlich geduldeten Religionen" - Meinst du auch so?
Falk        Ich nun wohl nicht.
Ernst        Lass einen ehrlichen Schuster, der bei seinem Leisten Musse genug hat, manchen guten Gedanken zu haben (wäre es auch ein Jakob Böhme und Hans Sachs) lass ihn kommen, und sich melden! "Ja" heisst es "ein Schuster! freilich ein Schuster!" - Lass einen treuen, erfahrnen, versuchten Dienstboten kommen und sich melden - "Ja" heisst es "dergleichen Leute freilich, die sich die Farbe zu ihrem Rocke nicht selbst wählen - Wir sind unter uns so gute Gesellschaft" -
Falk        Und wie gute Gesellschaft sind sie denn?
Ernst        Ei nun!  Daran habe ich allerdings weiter nichts auszusetzen, als dass es nur gute Gesellschaft ist. die man in der Welt so müde wird - Prinzen Grafen, Herren von, Offiziere, Räte von allerlei Beschlag, Kaufleute, Künstler - alle die schwärmen freilich ohne Unterschied des Standes in der Loge untereinander durch - Aber in der Tat sind doch alle nur von Einem Stande, und der ist leider von einem Stande nemlich, von dem, den Langeweile und Bedürfnis sich zu beschäftigen zu einem Stande macht.
Falk        Das war wohl zu meiner Zeit nicht so - Aber doch!- Ich weiss nicht, ich kann nur raten - Ich bin zu lange Zeit ausser Verbindung mit Logen, von welcher Art sie auch sein mögen - In die Loge vor jetzt, auf eine Zeit nicht können zugelassen werden, und von der Freimäurerei ausgeschlossen sein, sind doch noch zwei verschiedene Dinge.
Ernst        Wieso ?
Falk        Weil Loge sich zur Freimäurerei verhält, wie Kirche zum Glauben. Aus den äusseren Wohlstande der Kirche ist für den Glauben der Glieder nichts, gar nichts, zu schliessen. Vielmehr gibt es einen gewissen äusserlichen Wohlstand derselben, von dem es ein Wunder wäre, wenn er mit dem wahren Glauben bestehen könnte. Auch haben sich beide noch nie vertragen, sondern eins hat das andere, wie die Geschichte lehrt, immer zu Grunde gerichtet. Und so auch, fürchte ich, fürchte ich -
Ernsz        Was ?
Falk        Kurz das Logen-Wesen, so wie ich höre, dass es itzt getrieben wird, will mir gar nicht zu Kopfe. Eine Kasse haben; Kapitale machen; diese Kapitale belegen; sie auf den besten Pfennig zu nutzen suchen; sich ankaufen wollen; von Königen und Fürsten sich Privilegien geben lassen; Das Ansehen und die Gewalt derselben zu Unterdrückung der Brüder anwenden, die einer anderen Observanz sind, als der die man so gern zum Wesen der Sache machen mögte - Wenn das in die Länge gut geht! - Wie gern will ich falsch prophezeiet haben!
Ernst         Je nun! Was kann den werden? Der Staat fährt itzt nicht mehr so zu. Und zudem sind ja wohl unter den Personen, die seine Gesetze machen, oder handhaben, selbst schon zu viel Freimäurer -
Falk        Gut! Wenn sie also auch von dem Staate nichts zu befürchten haben, was denkst du wird eine solche Verfassung für Einfluss auf sie selbst haben?
 
Geraten sie dadurch nicht offenbar wieder dahin, wovon sie sich losreissen wollten? Werden sie nicht aufhören zu sein, was sie sein wollen? - Ich weiss nicht ob du mich ganz verstehst -
Ernst        Rede nur weiter!
Falk        Zwar! - ja wohl - nichts dauert ewig - Vielleicht soll dies eben der Weg sein, den die Vorsicht ausersehen, dem ganzen jetzigen Schema der Freimäurerei  ein Ende zu machen -
Ernst        Schema der Freiomäurerei? Was nennst du so? Schema?
Falk        Nun, Schema, Hülle, Einkleidung.
Ernst        Ich weiss noch nicht -
Falk        Du wist doch nicht glauben, dass die Freimäurerei immer Freimäurerei gespielt?
Ernst        Was ist nun das? Die Freimäurerei nicht immer Freimäurerei gespielt?
Falk        Mit anderen Worten! Meinst du denn, dass das, was die Freimäurerei ist, immer Freimäurer geheissen? - Aber sieh! Schon Mittag vorbei!! Da kommen bereits meine Gäste! Du bleibst doch?
Ernst        Ich wollte nicht, aber ich muss ja nun wohl. Denn mich erwartet eine doppelte Sättigung.
Falk        Nur bei Tisch, bitte ich, kein Wort.
 
DISKUSSION
 
FÜNFTES GESPRACH
 
Ernst        Endlich sind sie fort! - O die Schwätzer! - Und merktest du denn nicht, oder wolltest du es nicht merken, dass der eine mit der Warze am Kinn - heisse er wie er will! - ein Freimäurer ist? Er klopft so oft an.
Falk        Ich hörte ihn wohl. Ich merkte sogar in seinen Reden, was dir wohl nicht so aufgefallen ist - Er ist von denen, die in Europa für die Amerikaner fechten -
        Viele Freimaurerlogen in Europa nahmen Partei für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783)
Ernst        Das wäre nicht das Schlimmste an ihm.
 
 
Falk        Und hat die Grille, dass der Kongress eine Loge ist; dass da endlich die Freimäurer ihr Reich mit gewaffneter Hand gründen.
        Viele Anführer der amerikanischen Oststaaten waren tatsächlich Freimaurer.
Ernst        Gibt es auch solche Träumer?
Falk        Es muss doch wohl.
Ernst        Und woraus nimmst du diesen Wurm ihm ab?
Falk         Aus einem Zuge, der dir auch schon einmal kenntlicher werden wird.
Ernst        Bei Gott! wenn ich wüsste, dass ich mich in den Freimäurer gar so betrogen hätte! -
Falk        Sei ohne Sorge, der Freimäurer erwartet ruhig den Aufgang der Sonne, und lässt die Lichter brennen, so lange sie wollen und können - Die Lichter auslöschen und, wenn sie ausgelöscht sind, erst wahrnehmen, dass man die Stümpfe doch wieder anzünden, oder wohl gar andere Lichter wieder aufstecken muss; das ist des Freimäurers Sache nicht.
Ernst        Das denke ich auch - Was Blut kostet ist gewiss kein Blut wert.
Falk        Vortrefflich! - nun frage, was du willst! Ich muss dir antworten.
Ernst        So wird meines Fragens kein Ende sein.
Falk        Nur kannst du den Anfang nicht finden.
Ernst        Verstand ich dich, oder verstand ich dich nicht, als wir unterbrochen wurden? Widersprachst du dir, oder widersprachst du dir nicht? - Denn allerdings, als du mir einmal sagtest: Die Freimäurerei sei immer gewesen, verstand ich es also, dass nicht allein ihr Wesen, sondern auch ihre gegenwärtige Verfassung sich von undenklichen Zeiten her schreibe.
Falk        Wenn es mit beiden einerlei Bewandtnis hätte! - Ihrem Wesen nach ist die Freimäurerei eben so alt, als die bürgerliche Gesellschaft. Beide konnten nicht anders als miteinander entstehen - Wenn nicht gar die bürgerliche Gesellschaft nur ein Sprössling der Freimäurerei ist. Denn die Flamme im Brennpunkte, ist auch Ausfluss der Sonne.
Ernst        Auch mir schimmert das so vor -
Falk        Es sei aber Mutter und Tochter, oder Schwester und Schwester; ihr beiderseitiges Schicksal hat immer wechselseitig ineinander gewürkt. Wie sich die bürgerliche Gesellschaft befand, befand sich aller Orten auch die Freimäurerei, und so umgekehrt. Es war immer das sicherste Kennzeichen
einer gesunden, nervösen kraftvollen Staatsverfassung, wenn sie die Freimäurerei neben sich blühen liess; sowie es noch jetzt das ohnfehlbare Merkmal eines schwachen, furchtsamen Staats ist, wenn er das nicht öffentlich dulden will, was er in Geheim doch dulden muss, er mag wollen oder nicht.
Ernst        Zu verstehen: die Freimäurerei!
Falk        Sicherlich! - Denn diese beruht im Grunde nicht auf äusserlichen Verbindungen, die so leicht in bürgerlichen Anordnungen ausarte; sonder auf dem gemeinschaftlichen Gefühl sympathisierender Geister.
Ernst        Und wer unterfängt sich dem zu gebieten?
Falk        Indes hat freilich die Freimäurerei immer und an allen Orten sich nach der bürgerlichen Gesellschaft schmiegen und biegen müssen, denn diese war stehts die stärkere. So mancherlei die bürgerliche Gesellschaft gewesen, so mancherlei Formen hat auch die Freimäurerei anzunehmen sich nicht entbrechen können, und hat jede neue Form, wie natürlich, ihren neuen Namen. Wie kannst du glauben, dass der Name Freimäurerei älter sein werde, als diejenige herrschende Denkensart der Staaten, nach der sie genau abgewogen worden?
Ernst        Und welches ist diese herrschende Denkungsart
Falk        Das bleibt deiner eigenen Nachforschung überlassen - Genug, wenn ich dir sage, dass der Name Freimäurer, ein Glied unserer geheimen Verbrüderung anzuzeigen, vor dem Anfang des laufenden Jahrhunderts nie gehört worden. Er kömmt zuverlässig vor dieser Zeit in keinem gedruckten Buche vor, und den will ich sehen, der mir ihn auch nur in einer geschriebenen älteren Urkunde zeigen will.
Ernst        Das heisst: den deutschen Namen.
Falk        Nein, nein! auch das ursprüngliche Free-Mason, so wie alle darnach gemodelten Uebersetzungen, in welcher Sprach es auch sein mag.
Ernst        Nicht doch! - Besinne dich - In keinem gedruckten Buche vor dem Anfange des laufenden Jahrhunderts? In keinem?
Falk        In keinem.
Ernst        Gleichwohl habe ich selbst -
 
 
Falk        So? - Ist auch dir von dem Staub (Fälschung) etwas in die Augen geflogen, den man um sich werfen noch nicht aufhört?
Ernst        Aber doch die Stelle in -
Falk        In der Londonopolis? Nicht wahr? - Staub!
Ernst        Und die Parlaments-Akte unter Heinrich dem sechsten? Heinrich VI. verbot darin 1425 die jährliche Zusammenkunft der "Masons", d.h. Bauhandwerker.
Falk        Staub!
Ernst        Und die grosse Privilegia, die Karl der elfte, König von Schweden, der Loge von Gothenburg erteilte&
Falk        Staub!  Diese angeblichen Sonderrechte, die unter Karl XI. gegeben worden sein sollen, sind falsche Angaben des 18. Jh.s. Schwedens erste Loge wurde 1736 gegründet.
Ernst        Und Locke?
Falk        Was für ein Locke?
Ernst        Der Philosoph - Sein Schreiben an den Grafen von Pembrock; seine Anmerkung über ein Verhör, von Heinrich des sechsten eigener Hand geschrieben?
Falk        Das muss wohl ein ganz neuer Fund sein; den kenne ich nicht - aber wieder Heinrich der Sechste? - Staub! und nichts als Staub!
Ernst        Nimmermehr!
Falk        Weist du denn einen gelinderen Namen für Wort-Verdrehungen, für untergeschobene Urkunden?
Ernst        Und das hätten sie so lange vor den Augen der Welt ungerügt treiben dürfen?
Falk        Warum nicht? der Klugen sind viel zu wenig, als dass sie alle Geckereien, gleich bei ihrem Entstehen, widersprechen könnten. Genug, dass bei ihnen keine Verjährung Statt findet -Freilich wäre es besser, wenn man vor dem Publico ganz und gar keine Geckereien unternähme. Denn gerade die Verächtlichste kann eben dadurch, dass sie die verächtlichste ist, dass sich niemand die Mühe nimmt, sich ihr entgegen zu stellen, mit dem Lauf der Zeit das Ansehen einer sehr ernsthaften, heiligen Sache gewinnen. Da heisst es dann über tausend Jahren: "würde man das so in der Welt haben schreiben dürfen, wenn es nicht wahr gewesen wäre? Man hat diesen glaubwürdigen Männern damals nicht widersprochen, und ihr wollt ihnen jetzt widersprechen?"
Ernst         O Geschichte! O Geschichte! Was bist du?
Falk        Andersons kahle Rapsodie, in welcher die Historie der Baukunst für die Historie des Ordens untergeschoben wird, möge noch hingehen! Für einmal, und für damals mogte das gut sein - Dazu war die Gaukelei so handgreiflich. - Aber dass man noch jetzt auf diesem morastigen Grund fortbauet, dass man noch immer gedruckt behaupten will, was man mündlich gegen einen ernsthaften Mann vorzugeben sich schämt, dass man zur Fortsetzung eines Scherzes, den man längst hätte sollen fallen lassen, sich eine forgery  Fälschung  erlaubt, auf welche, wenn sie ein nichtswürdiges
unbedeutendes  bürgerliches Interesse betrifft, die pillory  Pranger  steht -
Ernst        Wenn es denn nun aber wahr wäre, dass hier mehr als Wortspiel vorwaltete? Wenn es nun wahr wäre, dass das Geheimnis des Ordens sich von Alters her unter dem homonymen  gleichnamigen  Handwerke vornehmlich erhalten hätte? -
Falk        Die Frage ist allerdings verfänglich.
Ernst        Ein solcher Umstand muss doch seine Ursache haben?
Falk        Und hat sie.
Ernst        Und hat sie? Und hat eine andere Ursache, als jene vermeinte?
Falk        Eine ganz andre.
Ernst        Soll ich raten, oder darf ich fragen?
Falk        Wenn du mir schon eher eine andere Frage getan hättest, die ich längst erwarten musste, so würde dir das Raten nun nicht schwer fallen.
Ernst        Eine andere Frage, die du längst hättest erwarten müssen? -
Falk        Denn, wenn ich dir sagte, dass das was Freimäurerei ist, nicht immer Freimäurerei geheissen, was war natürlicher und näher -
Ernst        Als zu fragen, wie es sonst geheissen,? - jawohl! - So frage ich ich es denn nun.
Falk        Wie die Freimäurerei geheissen, ehe sie Freimäurerei hiess, fragst du? - Massoney -
Ernst        Nun ja freilich! Masonry auf Englisch -
 
 
Falk        Auf Englisch nicht Masonry, sondern Masony. - Nicht von Mason, der Maurer, sondern von Mase, der Tisch, die Tafel.
Ernst        Mase, der Tisch! In welcher Sprache?
Falk        In der Sprache der Angelsachsen, doch nicht in dieser allein, sondern auch in der Sprache der Goten und Franken, folglich ein ursprünglich deutsches Wort, von welchem noch jetzt so mancherlei Abstammungen üblig sind, oder doch ohnlängst üblich waren. als Maskopie, Masleidig, Masgenosse. Selbst Masoney war zu Luthers Zeiten noch häufig im Gebrauche; nur dass es seine gute Bedeutung ein wenig verschlimmert hatte.
Ernst        Ich weiss weder von seine guten, noch von seiner verschlimmerten Bedeutung.
Falk        Aber die Sitte unserer Vorfahren weißt du doch, auch die wichtigsten Dinge am Tische zu überlegen? - Mase also der Tisch, und Masoney eine geshlossene, vertraute Tischgesellschaft. Und wie aus einer geschlossenen, vetrauten Tischgesellschaft ein Saufgelach worden, in welchem Verstande Agricola das Wort Masoney braucht, kannst du leicht abnehmen.
        Johannes Agricola (1492-1566) sammelte und kommentierte deutsche Sprichwörter, I. Ausgabe 1529. Dort zu Nr.668: "Es gehet zu wie in König Artus' Hofe" die Anm.: "Die Versammlung der Ritter hiess die Tafelrunde oder Messenei!"
Ernst        Wäre es dem Namen Loge vor einiger Zeit bald besser gegangen?
Falk        Vorher aber, ehe die Masoneyen zum Teil so ausarteten, und in der guten Meinung des Publikums so herabkamen, standen sie in desto grösserem Ansehn. Es war kein Hof in Deutschland, weder klein noch gross, der nicht seine Masoney hatte. Die alten Lieder- und Geschichtsbücher sind davon Zeugen. Eigene Gebäude, die mit den Schlössern und Palästen der regierenden Herren verbunden oder benachbart waren, hatten von ihnen ihre Benennung, von der man neuerer Zeit so manche unbegründete Auslegung hat - Und was brauche ich dir zu ihrem Ruhme mehr zu sagen, als dass die Gesellschaft der runden Tafel die erste und älteste Masoney war, von der insgesamt abstammen?
Ernst        Der runden Tafel? das steigt in ein sehr fabelhaftes Altertum hinauf -
Falk        Die Geschichte des König Arthur sei so fabelhaft als sie will, die runde Tafel ist so fabelhaft nicht.
 
 
Ernst        Arthur soll doch der Stifter derselben gewesen sein.
Falk        Mit Nichten! Auch nicht einmal die Fabel nach - Arthur, oder sein Vater, hatten sie von den Angelsachsen angenommen, wie schon der Namen Masoney vermuten lässt. Und was versteht sich mehr von selbst, als das die Angelsachsen keine Sitte nach England herüber brachten, die sie in ihrem Vaterland nicht zurück liessen? Auch sieht man es an mehreren deutschen Völker damaliger Zeit, dass der Hang, in und neben der grossen bürgerlichen Gesellschaft, kleinere vertraute Gesellschaften zu machen, ihnen eigen war.
Ernst        Hiermit meinest du? -
Falk        Alles was ich dir jetzt nur flüchtig und vielleich nicht mit der gehörigen Präcision sage, mache ich mich anheischig das nächstemal, dass ich mit dir in der Stadt unter meinem Büchern befinde, schwarz auf weiss zu belegen - Höre mich jetzt nur, wie man das erste Gerücht irgend einer grossen Begebenheit hört. Es reizt die Neugierde mehr, als dass es sie befriedigt.
Ernst        Wo bliebst du?
Falk        Die Masoney also war eine deutsche Sitte, welche die Sachsen nach England verpflanzten. Die Gelehrten sind uneinig, wer die Mase-Thanes  Vogt, Grossgrundbesitzer  unter ihnen waren. Es waren allem Ansehen nach die Edlen der Masoney, welche so tiefe Wurzeln in diesem neuen Boden schlug, das sie unter allen nachfolgenden Staatsveränderung blieb, und sich von Zeit zu Zeit in der herrlichsten Blüte zeigte. Besonders waren die Masoneyen der Tempel-Herren im 12. Jahrhundert und im dreizehnten in sehr grossem Rufe. Und so eine Tempel-Massoney  war es, die sich, bis zu Ende des 17. Jahrhunderts, trotz der Aufhebung des Ordens, mitten in London erhalten hatte - Und hier fängt die Zeit an, wo die Fingerzeige der niedergeschriebenen Historie freilich ermangeln; aber eine sorgfältig aufbewahrt Tradition, die so viel Merkmale der Wahrheit hat, ist bereit diesen Mangel zu ersetzen.
Ernst        Und was hindert, diese Tradition endlich einmal durch schriftliche Verzeichnis zur Geschichte zu erheben.
 
 
 
Falk        Hindert? Nichts hindert! Alles rät vielmehr dazu an - Wenigstens fühle ich, ich fühle mich berechtigt, ja verpflichtet, Dir und Allen, welche sich mit dir in dem nämlichen Falle befinden, länger kein Geheimnis daraus zu machen.
Ernst        Nun denn! - Ich bin in der äussersten Erwartung.
Falk        Jene Tempel Massoney also,
Der von nun an von Lessing dargestellte Entstehungszusammenhang ist historisch nicht haltbar.
die noch zu Ausgang des vorigen Jahrhunderts in London bestand, aber in aller Stille bestand, hatte ihr Versammlungshaus ohnfern der Sankt Pauls-Kirche, die damals neu erbaut ward. Der Baumeister dieser zweiten  neben der "erste", dem Petersdom in Rom  Kirche der ganzen Welt war -
Ernst        Christoph Wren -
Falk        Und du hast den Schöpfer der ganzen heutigen Freimäurerei genannt -
Ernst        Ihn?
Falk        Kurz! Wren, der Baumeister der St. Pauls-Kirche, in deren Nähe sich eine uralte Masoney, von undenklichen Jahren her, versammelte, war ein Mitglied dieser Masoney, welche er die dreissig Jahre über, die der Bau dauerte, um so öfterer besuchte.
Ernst        Ich fange an ein Missverständnis zu wittern.
Falk        Nichts anders! Die wahre Bedeutung des Wortes Masoney war bei dem englischen Volk vergessen, verloren - Eine Masony, die in der Nähe eines so wichtigen Baues lag, in der sich der Meister dieses Baues so fleissig finden liess, was kann die anders sein, als eine Masonry, als eine Gesellschaft von Bauverständigen, mit welchen Wren die vorfallenden Schwierigkeiten überlegt? -
Ernst        Natürlich genug!
Falk        Die Fortsetzung eines solchen Baues einer solchen Kirche interessierte ganz London. Um Nachrichten davon aus der ersten Hand zu haben vermeinte, um Zutritt zu der vermeinten Masonry - und bewarb sich vergebens. Endlich - du kennst Christoph Wren, nicht bloss dem Namen nach, du weißt, welch ein empfindsamer, tätiger Kopf er war. Er hatte ehedem den Plan zu einer Sozietät der Wissenschaften entwerfen helfen, welche spekulativische Wahrheiten gemeinnütziger, und dem bürgerlichen Leben erspriesslicher machen soll. Auf einmal fiel ihm das Gegenbild einer
Gesellschaft bei, welche sich von der Praxis des bürgerlichen Lebens zur Spekulation erhöbe. "Dort, dachte er, würde untersucht, was unter dem Wahren, brauchbar; und hier, was unter dem Brauchbaren, wahr wäre. Wie, wenn ich einige Grundsätze der Masoney exoterisch machte? Wie wenn ich das, was sich nicht exoterisch machen lässt, unter den Hieroglyphen und Symbole desjenigen Handwerks versteckte, was man jetzt unter dem Worte Masoney so hartnäckig zu finden glaubt? Wie wen ich die Masoney zu einer Free-Masonry erweiterte, an welcher Mehrere Teil nehmen könnten?" - So dachte Wren, und die Freimäurerei ward - Ernst! Wie ist dir?
Errnst        Wie einem Geblendeten.
Falk        Geht dir nun einiges Licht auf?
Ernst        Einiges? Zuviel auf einmal.
Falk        Begreifst du nun -
Ernst        Ich bitte dich Freund, nichts mehr.  Aber hast du nicht bald Verrichtungen in der Stadt?
Falk        Wünschest du mich da?
Ernst        Wünsche? - nachdem du mir versprochen -
Falk        So hab ich der Verrichtungen daselbst genug - Noch einmal! ich werde mich über manches aus dem Gedächtnisse zu schwankend, zu unbefriedigend ausgedruckt haben - Unter meinen Bücher sollst du sehen und greifen - Die Sonne geht unter, du musst in die Stadt. Lebe wohl! -
Ernst        Eine andere ging mir auf. Lebe wohl!
 
 
 
NACHRICHT
 
Ein sechstes Gespräch, welches unter diesen Freunden vorfiel, ist nicht nachzubilden. Aber das Wesentlichste davon ist zu kritischen Anmerkungen über das 5. Gespräch bestimmt, die man zur Zeit noch zurückhält.
 
 
1. Juni 2006, Br. J. S.