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Meisterbauriss 1 von H.R.K.
Das Geheimnis der Kathedrale von Chartres
Wie kam ich auf dieses Thema?
In einer Alpina-Zeitschrift des vergangenen Jahres stellte Br. A. M.  das Buch von Louis Charpentier mit dem genannten Titel vor und empfahl es als nützliche Lektüre. Ich erwarb das Werk und suchte nach den maurerischen Ein-drücken.
Und nun zur Sache:
Gliederung
1.        Die Templer (Tempelritter) und die Gotik
2.        Standort und Ausrichtung der Kathedrale
3.        Woher kam das Wissen um die astrologischen Aspekte
4.        Was ist Zeit im Zusammenhang mit Chartres (Zeitkrümmung)
Die Templer und die Gotik
Im Jahre 1118 wurden neun französische Ritter nach Jerusalem zu König Baudouin ll. gesandt. Sie unterbreiteten ihm, die Pilgerwege nach Jerusalem vor Dieben und anderem Gesindel freizuhalten.
Der König wies ihnen ein Haus in einem Flügel seines Palastes zu, welches sich an der gleichen Stelle befand, die einst den Tempel Salomo's innehatte. An diesem Ort befindet sich heute die Al-Aksa-Moschee.
Es ist offenkundig, dass das Ziel der Tempelritter nicht allein die Bewachung der Pilgerwege war, sondern nur als Vorwand diente. Sie begannen mit ihrem Gefolge im ehemaligen Tempelbezirk zu graben, was ihnen vom König selt-samerweise nicht verwehrt wurde. Die Tempelritter waren überhaupt die Ein-zigen, die sich für längere Zeit im Tempelbezirk aufhalten durften.
Was suchten sie, und was haben sie gefunden? Nach ihrer Rückkehr, um ca. 1130, beginnt in ganz Frankreich und Belgien eine ungewohnt emsige Bautätigkeit im Kathedralenbau und das im vollendeten Baustil der Gotik. Es gab keine Übergangsarchitektur der Romanik zur Gotik! Die Gotik war einfach da, ohne Entwicklungsstufen.
Als die Maurermeister, Gesellen und Hilfskräfte mit den gotischen Bauten begannen, wurden noch allenthalben romanische Basiliken gebaut. Also wurden die gotischen Baumeister speziell ausgebildet. 
Fanden die Tempelritter in Jerusalem womöglich wichtige alte Dokumente, welche die Gesetze nach Mass, Zahl und Gewicht enthielten? in der heutigen Zeit hiesse das: Die Dokumente enthalten die Weltformel.
Es ist anzunehmen, dass die gotischen Kathedralen nach diesen Formeln geplant und erbaut wurden.
In Paris und der weiteren Umgebung wurden innerhalb von ca. 100 Jahren 11 oder 12 Kathedralen gebaut, die der "Schwarzen Jungfrau" gewidmet sind. Da-her haben sie alle den Namen "Notre Dame de ….".
Wenn man auf der französischen Landkarte die Standorte der verschiedenen Marien-Kathedralen mit Linien verbindet, kommt man zu einem verblüffenden Schluss: Die Standorte entsprechen ungefähr den Positionen der Hauptsterne im Sternbild "Jungfrau".
Da muss doch ein ungeheures Wissen die Bauherren und Baumeister geleitet und inspiriert haben.
Woher kam all das viele Geld, um all die Baumeister, Gesellen und das Material zu bezahlen?
Es gibt eine mögliche Erklärung dazu: Die Templer waren ein sehr reicher Orden.
Sie besassen riesige Ländereien, die sie gegen entsprechenden  Tribut be-wirtschaften liessen. Sie entwickelten als Erste auch eine Art Bankwesen, indem sie für hinterlegtes Geld Aufbewahrungsgebühren berechneten. Sie erfanden auch das Girokonto und forderten für entliehenes Geld Zinsen, die jedoch tiefer waren, als diejenigen der Lombarden und der Juden. Durch das von ihnen eingeführte Wirtschaftssystem führte im Abendland zu hohem wirtschaftlichen Aufschwung,  wodurch sie ihren Reichtum ebenfalls beträchtlich ausweiteten.
Um 1314 nahm der Templerorden ein jähes Ende. Er wurde Opfer der Inquisition und wurde von König Philipp dem Schönen aufgehoben und verboten, angeb-lich aus Neid und Habgier nach dem Vermögen.
Wahrscheinlicher ist, dass der Orden vom Papst, der damals in Avignon residierte,  verboten wurde, da er zuviel politischen und wirtschaftlichen Einfluss hatte.
Man warf dem Orden Ketzerei, Häresie und die Pflege einer Geheimlehre vor. Noch gerade rechtzeitig konnte der Grossmeister der Templer Jakob von Molay die Gesellenbruderschaft Compagnonnage gründen, an die das geheime Wissen weitergegeben wurde.
Von dort soll es auf verschlungenen Pfaden über freimaurerische Bruderschaften auf der ganzen Welt bis heute überliefert und gepflegt werden. Der Orden wird in den Hochgraden der Freimaurerei gepflegt und ich denke mir, dass da auch rituelle Arbeiten ausgeführt werden.
Standort und Ausrichtung der Kathedrale von Chartres
Schon die Kelten wussten um den speziellen Ort, da wo die heutige Kathedrale steht.
Sie richteten hier ihre Feste und Rituale zur Huldigung ihrer zahlreichen Götter.
Auch sie ahnten schon, dass unter diesem Hügel ein ganz bestimmter Erdstrom
ausmündet; ein tillurischer Strom.
Schon viel, viel früher, bevor das Christentum Einzug hielt, wussten die Menschen
um die Besonderheit dieses Hügels.
Als einzige Marien-Kathedrale wurde sie nicht in West-Ost-Richtung errichtet, sondern in einer Abweichung von ca. 48 Grad nach Nord-Ost. Auch die früheren heidnischen Ritualstätten und späteren christlichen Sakralbauten standen alle in dieser Richtung. (Abbildung 1)
Der Bezirk, von dem wir auszugehen haben, ist der Hügel und auf ihm das heilige Zentrum, über dem eine Säule errichtet wurde. Die Höhe der Säule brauchte eine spezifische Höhe, welche jedoch noch nicht eruiert wurde. Sie bezeichnete auch die Mittelachse des Hauptschiffes.  Die Länge und die Breite der Kathedrale wurden durch die frühere romanische Kirche Fulberts begrenzt. Die Länge des Hauptkirchenschiffs beträgt das Doppelte seiner Breite.
Die Süd-West-Ecke der Kathedrale wird bestimmt vom Schatten der Säule, den die aufgehende Sonne zur Tagundnachtgleiche wirft; sie ist der Punkt, in dem der Schatten die südwestliche Begrenzung des Hügels schneidet.
Es gibt noch andere Methoden, um die Himmelsrichtung zu bestimmen, z.B mit Hilfe des Polarsterns, usw.
Wichtig ist: Die Richtung der Kathedrale ist gegeben, und die Süd-Westecke der Tafel befindet sich zur Tag-und-Nacht-Gleiche, bei aufgehender Sonne genau auf der Linie, die der Säulenschatten wirft.
Die Gesamtlänge des Mittelschiffs vom inneren Chorabschluss bis zu den Portalen beträgt 110,76m.
Die Länge des Mittelschiffs ohne Chor beträgt 73,84m.
Die Breite des Mittelschiffs zwischen den Pfeilern beträgt 36,92m.
Die Höhe des Hauptgewölbes ist 37m.
Im 12. und 13. Jahrhundert war das der grösste umbaute Raum einer gotischen Kathedrale.
Das Ganze nun in "Chartrischen Ellen" ausgedrückt:
Die Chorbreite        20        Ellen
Die Chorlänge        50        Ellen
Die Länge des Schiffs        100        Ellen
Die Länge des Querschiffs        90        Ellen
Die Höhe des Hauptgewölbes        50        Ellen
Eine "Chartrische Elle" hat eine Länge von 0,738m.
Woher kommt diese Masslänge?
Chartres liegt auf der geografischen Breite von 84 Min. 26 Sek.
Die Länge einer chartrischen Elle ergibt sich aus dem Abstand der geogr. Breite von Chartres bis zum nächsten Meridian, welcher ungefähr 73,8km beträgt. 73800 m : 100000 = 0,738m.
Auch das Grundmass von 110,76m, innere Länge der Kathedrale, bezieht sich auf die Erdkugel. Selbst die Geschwindigkeit, mit welcher sich dieser Ort bei der Drehung der Erde auf der Erdrinde mitbewegt, steht in deutlicher Beziehung zu den Massen der Kathedrale. Die durchlaufene Entfernung in einer Stunde beträgt 1107km.
Die Anwendung solcher "Erdmasse" setzt ein fundiertes Wissen um die genaue Kugelgestalt der Erde voraus.
Auch andere Marien-Kathedralen tragen das Signum der Bauhütte von Chartres, jedoch entsprechend ihrer geografischen Lage. Zu ihnen zählen auch die Marien-Kathedralen von Amiens und Reims. Für manche Zeitgenossen ist das hart, wenn ihnen plötzlich die Illusion genommen wird, erst sie hätten den Mond entdeckt.
Und doch muss man sich fragen, woher die Erbauer von Chartres, usw. so genau um die Kugelgestalt Erde wussten, um das genaue Mass, der Lage des Bauplatzes entsprechend, zu finden, mit welchem die Harmonie des Bauwerks zusammenklingen konnte.
Im 16, Jahrhundert wurde 5m unter der Krypta ein keltischer Brunnen freigelegt, der bis zum Grundwasserspiegel ca. 32m Tiefe ausweist.
Der höchste Kreuzrippenbogen im Hauptschiff hat eine Höhe von 37m.  Zufall?
Dieses Wasser, das den Brunnen speist, wurde also schon in vorchristlicher Zeit als bedeutend gehalten und man ihm eine magische Wirkung zusprach, was auch spätere Generationen immer wieder bestätigten.
Die schwarze Madonna, die in der so genannten Druidengrotte gefunden wurde, ist aus Eichenholz geschnitzt und datiert aus vorchristlicher Zeit! Sie wurde nicht schwarz bemalt, sondern ist durch die Alterung über die Jahrtausende schwarz geworden.
Beim Brand um 1194 ist die Madonna verbrannt, wurde jedoch beim Wieder-aufbau der Kathedrale neu gestaltet und zwar aus Birnbaumholz. Zwei Personen, die nach dem Brand vermisst wurden, hätten sich mit der Reliquie in die Druidengrotte unter der Krypta begeben und sind dadurch gerettet worden. Dadurch wurde auch die Reliquie, das Tuch der Madonna gerettet.
Die drei Tafeln, sie stehen für Intuition, Intelligenz und Mystik (Abbildung 2 )
Die rechteckige Tafel:
Die Breite der Tafel enthält das Mass von 0, 82m zwanzigmal, also 16,40m (auch der Salomonische Tempel hatte eine Breite von 20 Mass). Ihre Länge misst 40 Mass, die Oberfläche 800 Quadratmass, umgerechnet 537.92m2.
Die quadratische Tafel:
Mit gleicher Oberfläche und gleichen Umfang wie die rechteckige bietet nun keine Schwierigkeiten mehr zu konstruieren. Die Mittelachse des Rechtecks wird zur Diagonale des Quadrates. Sie bestimmt unmittelbar die zweite Begrenzung,, nämlich die Breite des Kirchenraums von Mauer zu Mauer, die sich in den freistehenden Räumen des Chorumgangs vortsetzt. Die quadratische Tafel hat den gleichen Flächeninhalt wie die rechteckige Tafel.
Die runde Tafel:
Siehe beiliegende Zeichnung (die Beschreibung der Konstruktion würde den Rahmen sprengen).
Die drei Masse
In der Kathedrale von Chartres gibt es drei Masse. Dreifach ist auch die Ordnung des Bauplans.
Der Grundriss schliesst den Ort ein, er bestimmt die Grenzen der bebauten Fläche. Sein Mass, sein Modul beträgt 0,82 m.
An zweiter Stelle  haben wir den leeren, den umbauten Innenraum; er erhebt sich in die Höhe. Sein Mass kommt nur beim Mittelschiff zur Anwendung - Seiten-schiffe und Chorumgang sind Durchgangsorte, keine Stationen auf dem Einweihungsweg; im Mittelschiff kommt die Harmonie von Erde, Musik und Licht zum Klingen. Der Klang ist gestimmt auf die Lage, die Chartres auf dem Erdball hat; er gestaltet das Raumgefüge, die dritte Dimension. Sein Zahlenwert beträgt 0,738 m.
Die Elle von Chartres, (0,738m), und das Grössenmass für die Abgrenzung des Grundrisses ergeben einen erstaunlichen Zusammenhang: Ein rechtwinkliges Dreieck; an einem Schenkel setzen wir einen 48-Grad-Winkel, ziehen die Grundlinie durch bis zum anderen Schenkel; Die Längen der Schenkel verhalten sich im Verhältnis: 0,82 zu 0,738 !
Das Modul der dritten Ordnung hat der Autor nicht gefunden; aber er ist gewiss, dass es diese Ordnung gibt. Sie hat vielleicht in messbaren Längen kein rational erklärendes Mass, sondern ist in die beiden anderen Ordnungen eingefügt. Die dritte Ordnung überwindet den Widerstand, die Trägheit der Materie und führt hinüber in lebendige Bewegung, in Zeitprozesse, in die vierte Dimension.
Die ganze Kathedrale weist auf verhaltene Bewegung hin; Steine, die wie Sprungfedern gespannt sind, neutralisieren ihre eigenen Bewegungsimpulse, indem sie einander entgegenwirken.  Es ist auf den dynamischen Aspekt des Kreuzrippengewölbes hinzuweisen; seine scheinbare Statik kann nicht verhehlen, dass es sich in Wirklichkeit um ein vibrierendes Gewölbe handelt, eine Eigenschaft, durch die es sich in die Zeit, in einen Zeit-Raum stellt. Die Kathedrale vibriert beim geringsten Ton; sie fängt auch die übersinnlichen Pulsschläge des tellurischen Stroms auf, dessen Gefäss sie ist.
Die Ordnung des dritten Masses - sie hängt anscheinend mit der Erdrotation zusammen - ist nicht leicht zu dechiffrieren.
Wahrscheinlich hat auch hier der Baumeister einen sichtbaren "Schlüssel" hinterlassen. Er wäre der Schlüssel, mit deren Hilfe die Tore eines Königreiches aufgetan werden könnten, in dem die Bewegungen der Erde und des Kosmos Einklang herrscht. Vielleicht gäbe dieser Schlüssel sogar einen Hinweis auf eine mögliche Weltformel, nach der die moderne Wissenschaft sucht.
Natürlich ist die Unterscheidung der drei Ordnungen nur ein Mittel der Analyse. Die drei Aspekte des Baus hängen von einer einzigen und einzigartigen Einge-bung ab, vergleichbar der Entstehung der Kathedrale als dem Konstruktions-Punkt, der Pflanze aus ihrem Keim; Was wächst, was sich verstofflicht, gehorcht einem königlichen Leitgesetz, durch das alle Glieder der Entstehung harmonisch miteinander verbunden bleiben.
Das Geheimnis des Lichtes
Wir begeben uns jetzt auf ein Gebiet, das von der alten Wissenschaft besonders geheim gehalten wurde, und über das wir bis auf den heutigen Tag wenig wissen; es ist dies die Kunst der gotischen Glasfenster, das Licht in der Kathedrale.
Diese Art von Glas wurde nur in der kurzen Zeitspanne der Hochgotik ange-wendet. Indem es das Licht bändigte und ihm zugleich diente, wirkte es weniger durch die Farbe des Glases als durch eine gewisse, nicht analysierbare Qualität der Farbe und des Glases. Das Glas reagiert auf das Licht nicht wie normales Fensterglas; es scheint zum Edelstein zu werden, der das Licht nicht völlig durchlässt, sondern selber leuchtend wird.
Selbst unter der ungehemmten und zuweilen brutalen Einwirkung der Sonne projiziert das Glasfenster nicht, wie es normales gefärbtes Glas tut, seine Farbe auf den Boden, sondern lässt nur eine diffuse Helligkeit durchscheinen. Von der Stärke oder Trübung des Tageslichts unabhängig, leuchtet es in der Dämmerung nicht schwächer als am hohen Mittag.
Bis zum heutigen Tag konnte noch keine chemische Analyse das Geheimnis der gotischen Fenster erklären.
Wie die Gotik, tauchte diese Art des Glases im ersten Viertel des 12. Jahrhun-derts plötzlich auf und verschwindet ebenso plötzlich gegen die Mitte des 13. Jahrhunderts wieder.
Wie die Gotik beruht auch das Glasfenster auf einer eigenen Wissenschaft; es ist ein Werk der Alchimie.
Der heutige Konformismus betrachtet die Alchimie mit einiger Herablassung als eine Primitivchemie, die noch in den Kinderschuhen steckte. Man nimmt sich nicht die Mühe, in den komplexen philosophischen Charakter dieser Wissen-schaft einzudringen. Die Glasmacher, die das Glas von Chartres herstellten, waren keine Laborlehrlinge. Sie wussten genau was sie taten.!
Übrigens ist das Ergebnis ihrer Wissenschaft allgemein zugänglich, es ist sichtbar.
Die Glasfenster bezeugen die Umwandlung der Materie im Feuer der Erde und im Feuer des Himmels.
Es bleibt das Geheimnis der damaligen Glasmacher, wie sie die Glasmasse bearbeiteten und was für Zusätze hinzugefügt wurden, um den Effekt zu erreichen, dass immer die gleiche Stärke von Licht ins Innere der Kathedrale von Chartres dringt; ob bei grellem Sonnenschein oder bei bewölktem Himmel.! Leider sind nicht mehr alle Fenster mit dem gotischen Glas verziert. Abte und Priester liessen einige Fenster, besonders jene im Chor, durch normales, gefärbtes Fensterglas ersetzen, um sich in hellerem Licht zu präsentieren.
Heute würde man sagen: Denn sie wissen nicht, was sie tun!
Das Geheimnis der Musik (Abbildung 3 )
Auch die Musik wurde in die Geometrie von Chartres eingebunden. Die Stütz- und Begrenzungssäulen des Hauptschiffes haben in ihrer Höhe verschiedene Simse, Kapitelle. Auch haben die Pfeiler von ihrer Basis bis zum Beginn der Kreuzspitzbogen nicht die gleiche Form. Sie sind teilweise rund und 8-eckig. Die diversen Abstufungen in Ellen oder umgerechnet auf metrische Masse, die die Frequenzen der verschiedenen Tonlagen in einer Oktave widerspiegeln. Von unten nach oben verjüngen sich die Stützsäulen und scheinen zu filigran, um die Kreuzbogengewölbe tragen zu können. Das Strebewerk, das die ganze Stützfunktion ausübt, ist ausserhalb des Gebäudes verankert.
Die Masse der Tonleiter, gemessen mit der chartrischen Halbelle (0,369m):
Sekunde        40 x  9/8      =  45   =  16.60m
Mollterz        40 x  6/5      =  48   =  17.71m
Quarte        40 x  27/20  =  54   =  19.92m
Quinte        40 x  3/2      =  60   =  22.14m                        
Sexte                40 x  8/5      =  64   =  23.61m
Septime        40 x  9/5      =  72   =  25.56m
Oktave        40 x  2/1      =  80   =  28.40m
Nun fragt man sich zu Recht, wie der Baumeister zu diesen Massen im Verhältnis zu den Tonfrequenzen kam. Im 12. und 13. Jahrhundert hatte man noch keine Geräte, um Schallfrequenzen messen zu können.
Die ganzen Berechnungen basierten auf geometrischen Formeln. Es würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen, dies alles im Detail zu erklären. Wer sich dafür näher interessiert, kann dies im Buch von Louis Charpentier, "Die Geheimnisse der Kathedrale von Chartres"  nachvollziehen.                                       
Der Sonnenfleck
Im westlichen Seitenschiff des Südquerschiffes fällt im Grau der Pflasterung eine weisse Fliese auf, rechteckig, schräg gelegt und fest verankert, in die aus gold-schimmerdem Metall ein Zapfen eingelassen ist.
Jedes Jahr, bei Höchststand der Sonne am 21. Juni, zwischen 12.45 und 12.55 Uhr, trifft ein Sonnenstrahl diesen Metallzapfen, der durch eine ausgesparte Stelle im ersten Fenster in der Westmauer des Querschiffes hereindringt. Ist das Zufall? Kaum !
Da hat sich ein Glasmacher die Mühe gemacht, in einem Glasfenster eine Stelle auszusparen, ein winziges Loch, wegen der Lichtstreuung.
Ein Steinmetz hat sich die Zeit genommen, nach einer Steinplatte zu suchen, die anders war als die übrigen: weisser, damit sie ins Auge falle! Dann hat er aus der Pflasterung, schräg zu den übrigen Fliesen, ein Stück herausgemeisselt, um die Platte einzusetzen. Er nahm sich auch die Zeit, ein Loch zu bohren, um den gold-farbenen, metallischen Zapfen zu befestigen. Der Zapfen bezeichnet weder die Mitte der Fliese, noch eine Achse derselben. Das war mehr, als nur eine Marotte eines Fliesenlegers.
Hier hat ein anderer Wille gewirkt. Fliesenleger und Glasmacher waren einer An-weisung gefolgt, die dem Augenblick der Sonnenwende galt, dem einzigen Augenblick des Jahres, in welchem die Sonne vom höchsten Punkt ihrer Nord-wanderung aus die Fliese bestrahlen kann.
Nur ein Astronom konnte die Anweisungen gegeben haben. Bezeichnet ist eine besondere Stelle, denn die Fliese befindet sich fast genau in der Mitte des Seitenschiffs im Querschiff auf der Verlängerungslinie der südlichen Mittelschiffmauer. Auch die Verdrehung der Fliese war Absicht. Nur ein Geometer konnte die Stelle gewählt haben.
Wie wir alle wissen, feiern wir am 21. Juni jeden Jahres das Sommer-Johanni zu Ehren "Johannes des Täufers".
Das Zeitphänomen
Da Chartres eine Kathedrale ist, die Menschen auf eine höhere Bewusstseins-ebene emporhebt, ist sie auch ein Ort, an dem die Zeit anders verläuft. Physikalisch ausgedrückt: Es gibt hier eine Raumzeitkrümmung, denn die Schwerkraft, die Gravitation, ist hier höher als an anderen Orten, was nicht zuletzt mit dem riesigen Merkaba-Feld zusammenhängt, das hier rotiert, und mit den hohen erdmagnetischen Kräften.
Weil wir uns in Chartres nach wie vor in der dritten Dimension befinden, ist die Zeitkrümmung natürlich nicht so stark wie an anderen Orten irgendwo im Weltraum oder in höheren Dimensionen.
Beispiel: Man nehme zwei baugleiche Präzisionsstoppuhren. Die Uhren werden gleichzeitig eingeschaltet. Die eine bleibt in der Kathedrale, und die andere soll
ausserhalb, vor allem weit ausserhalb des Merkaba-Feldes deponiert werden. Nach vier Stunden kontrollieren wir die Uhren, und müssen verblüfft feststellen, dass die Uhr in der Kathedrale einen Zeitrückstand von vier Sekunden aufweist. Das sieht im Moment nach wenig aus, doch rechnet man das auf Jahre oder Jahrzehnte ergeben sich andere Dimensionen.
Angenommen ein Mensch hält sich sein Leben lang (75 Jahre) in der Kathedrale auf, während sein Zwillingsbruder die Kathedrale nie betreten hat.
Der Zwillingsbruder in der Kathedrale hat um 657'000 Sekunden oder 7,6 Tage weniger gealtert.!
Hier haben wir sozusagen eine kleine Variante des einsteinschen Zwillingsparadoxons.
Wie kommt es zu dieser Raumzeitkrümmung?
Zum einen liegt es an der heiligen Geometrie des Bauwerks, die eine Resonanz mit höheren Bewusstseinebenen herstellt. Zum anderen liegt es auch an den geomantisch nachweisbaren hohen Erdenergien, die in der Krypta physisch fühl-bar sind. Beide schaffen, physikalisch gesprochen, eine kleine Verwerfung in der Raumzeit.
Schlusswort:
Das Universum ist nach mittelalterlicher Philosophie eine harmonische Einheit vollkommener Proportionen, ein Kosmos, geschaffen von dem grossen Baumeister aller Welten. Entsprechend ist die mittelalterliche Kathedrale das Abbild und die Verkörperung der göttlichen Ordnung und damit Urbild aller voll-endeten Proportionen. Das vollkommenste Bauwerk, das von Menschenhand geschaffen wurde, war der Salomonische Tempel in Jerusalem. Beim Bau wurde alles nach Mass, Zahl und Gewicht gemessen und berechnet. Die Geometrie ist das göttliche Lehrbuch und damit das Rüstzeug für den mittelalterlichen Werk-meister.
Die Kathedrale von Chartres ist das beste Beispiel dafür, denn sie ist vollkommen.
Ehrw. M.v.St., ich habe meine Arbeit getan.
Quellennachweis: 
Das Geheimnis der Kathedrale von Chartres
                                 Louis Charpentier, ISBN 3-426-87141-6
                                 Die Kathedrale des Kosmos
                                 Sonja Ulrike Klug, ISBN 3-7205-2133-8
                                     Zürich, 18. Dez. 2003